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Chronik

Gefährliche Ablenkung: Wenn das Smartphone zur Todesfalle wird

Von (hip)   08. Mai 2018 00:04 Uhr

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WIEN. Abgelenkte Lenker verschulden ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle.

Jeder dritte tödliche Unfall auf Österreichs Straßen wäre vermeidbar gewesen, wenn ein Autolenker nicht abgelenkt gewesen wäre. Damit ist Ablenkung (36 Prozent) vor Übermüdung (acht Prozent), zu hohem Tempo (16 Prozent) und zu geringem Sicherheitsabstand (zwölf Prozent) die häufigste Unfallursache.

Eine im Auftrag der Asfinag durchgeführte IFES-Umfrage zeigt, die Lenker wissen zwar um die Gefahren durch Ablenkung Bescheid, greifen aber dennoch während der Fahrt zum Smartphone oder Navi. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass das Schreiben und Lesen von Textnachrichten "stark ablenkt". Ein Drittel räumte ein, es dennoch zumindest manchmal zu tun.

Einen schnellen Schnappschuss mit der Smartphone-Kamera während der Fahrt scheinen die meisten Lenker als Kavaliersdelikt zu empfinden. 40 Prozent sagen, dass sie während der Fahrt bereits Fotos geschossen haben. Bei den unter 30-Jährigen ist es mehr als die Hälfte.

Dass ein solches Verhalten gefährlich sein kann, haben viele Lenker bereits am eigenen Leib erfahren. 47 Prozent berichten, dass sie im vergangenen Jahr plötzlich voll abbremsen, oder das Lenkrad verreißen mussten, weil sie abgelenkt waren.

Mit der Kampagne "Hallo Leben!" möchte die Asfinag nun auf die Gefahren durch Ablenkung aufmerksam machen. "Wir investieren rund 500 Millionen Euro im Jahr in die Verkehrssicherheit. Ohne Eigenverantwortung der Lenker geht es aber nicht: Das Lenkrad ist kein Platz für Multitasking-Versuche"; sagt Asfinag-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl.

Schminken oder rasieren

Nicht nur Elektrogeräte lenken Verkehrsteilnehmer ab. Jeder achte Autofahrer gab in der Befragung zu, dass schminken oder rasieren während der Fahrt zumindest ab und zu dazugehört. Der Grund, dass so viele Lenker sich während der Fahrt ablenken lassen, liegt für Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer an einem "gefährlichen Gemisch" aus positiver Einstellung zum Handy und Selbstüberschätzung. "Obwohl das Schreiben und Lesen von Nachrichten während der Autofahrt seit fast zwanzig Jahren verboten ist, wurde es für viele zur Gewohnheit, deren Gefährlichkeit unterschätzt wird. Um diese Gewohnheit zu durchbrechen, braucht es vielfache Anstrengungen", sagt Schützhofer. 

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