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"Schule unterm Schattenbaum": Wenn Erwachsene schreiben und lesen lernen

Von Verena Gabriel, 07. Dezember 2023, 00:04 Uhr
"Schule unterm Schattenbaum": Wenn Erwachsene schreiben und lesen lernen
40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Mosambiks sind Analphabeten. Derzeit besuchen 1140 Menschen – darunter auch viele Kinder und Jugendliche – einen sogenannten Alphabetisierungskurs in der südlichen Region Sofala.

BEIRA/LINZ. Für uns Österreicher ist es selbstverständlich. Für die Menschen in Mosambik gleicht es einer Errungenschaft, wenn sie in der Lage sind, ihren eigenen Namen aufzuschreiben.

Die Fähigkeit, endlich ihr Geburtsdatum auf einem Ausweis entziffern zu können, bringt ihre Augen zum Strahlen. In dem ostafrikanischen Land leben Millionen Analphabeten. 40 Prozent der Erwachsenen können weder lesen noch schreiben.

Vor allem in der südlichen Provinz Sofala sind die Bewohner stark eingeschränkt. Sie leben im Busch, ohne Strom oder fließendes Wasser. Auch Straßen sind dort, wenn überhaupt vorhanden, in katastrophalem Zustand. Zur nächsten Schule müssen die Kinder teils 30 Kilometer zu Fuß marschieren. Vielen bleibt die Bildung aufgrund der mangelnden Infrastruktur verwehrt.

Bei der älteren Bevölkerung ist der Anteil der Ungebildeten noch viel, viel höher. Deshalb hat "Sei So Frei", eine entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung in Oberösterreich, vor mehr als 20 Jahren ein Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der Partnerorganisation "Esmabama" organisieren die Oberösterreicher Alphabetisierungskurse. Weil im Busch unter freiem Himmel unterrichtet wird, nennt sich das Projekt "Schule unterm Schattenbaum".

Derzeit gibt es 40 Lehrkräfte, die selbst aus der Region stammen, an 28 Standorten. Dort lernen 1140 Analphabeten schreiben und lesen. Ihren staatlich anerkannten Abschluss haben die Schülerinnen und Schüler nach drei Jahren in der Tasche. Dann können sie auch einfache Rechenaufgaben lösen und verstehen die mosambikanische Amtssprache Portugiesisch.

"Manche Absolventen bilden sich dann weiter. An Erfolgen wie diesen sieht man, was das Projekt bewirkt", sagt Ruth Lummerstorfer von "Sei So Frei". Aber auch im täglichen Leben der Menschen trägt das Gelernte Früchte. Fast alle betreiben rund um ihre Buschhäuschen eine Landwirtschaft. Übrig gebliebene Ernte verkaufen sie häufig auf Märkten. "Natürlich profitieren sie davon, wenn sie selbst kalkulieren können", sagt Lummerstorfer.

Die Organisation "Sei So Frei" rüstet sich nun auch für Unwetterlagen, die durch den Klimawandel verstärkt auftreten. Der Bau von 13 kleinen, geschützten Klassenzimmern ist geplant. 

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Verena Gabriel
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