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In Musikschule kommen hochwertige Wohnungen statt der Notschlafstelle

VÖCKLABRUCK. Bei der notariellen Versteigerung erhält die Firma IPB den Zuschlag um 325.000 Euro.

In Musikschule kommen hochwertige Wohnungen statt der Notschlafstelle

Die Versteigerung der alten Musikschule bringt Vöcklabruck 325.000 Euro in die Stadtkasse. Bild: gh

Bei der Versteigerung der alten Vöcklabrucker Musikschule hat die Firma IPB das Rennen gemacht, die gegenüber dem Bahnhof Wohnungen und Geschäfte oder Büros errichten will. Durch die Finger schaut der Sozialverein, der darin eine Notschlafstelle schaffen wollte. Bei der notariellen Feilbietung ging der Verkauf um 325.000 Euro über Bühne. "Das ist sehr erfreulich für die Stadt", kommentierte Bürgermeister Herbert Brunsteiner (VP) den unerwartet hohen Erlös.

Ursprünglich war der Verein Sozialzentrum als Kaufinteressent an die Stadt herangetreten. Man wollte in der alten Musikschule eine Notschlafstelle einrichten. Dagegen hat es Bedenken und Kritik gegeben. So entschied sich die Stadt, das Objekt an den Meistbietenden zu versteigern.

Ein Duell zweiter Bieter

Als Mindestgebot hatte Vöcklabruck 180.000 Euro festgesetzt. Bei der Feilbietung kam es vorige Woche zu einem Duell zwischen dem späteren Käufer IPB (Immobilien Projektentwicklung Bauträger) und der Firma EW-Bau, was den Preis in die Höhe trieb.

"Wir haben das beste Gebot abgegeben", bestätigt Walter Leinweber, Vertriebsleiter der Firma IPB. "Wir werden versuchen, in der attraktiven Lage hochwertige Wohnungen zu errichten", kündigt er im Gespräch mit den OÖNachrichten an. Auch Geschäfte oder Büros sollen dort entstehen. Ob das Gebäude saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird, ist noch nicht klar.

Massive Kritik an der Feilbietung übte der Grüne Hans Übleis, Obmann des Sozialzentrums. "Bei mir sitzt tiefer Frust", erinnerte er im Gemeinderat an die jahrelangen Gespräche für die Herbergsuche der Notschlafstelle. Die Entscheidung bezeichnete Übleis als "sozialpolitisches Armutszeugnis für Vöcklabruck". Er sei vom Bürgermeister "bitterst" enttäuscht und werfe ihm sozialpolitische Verantwortungslosigkeit vor.

Er verstehe den Frust und die Enttäuschung, erwiderte Brunsteiner. "Aber es geht hier um Steuergeld der Stadt." Für die Stadtgemeinde sei es eine gute Entscheidung gewesen, das Sozialzentrum müsse jetzt auf neue Suche gehen. Die Kompetenzen und Verantwortung für die armen Menschen habe in erster Linie nicht die Stadt, sondern das Land. Das habe daher dafür zu sorgen, dass das Sozialzentrum eine ordentliche Heimat hat.

Bruno Horn (VP) appellierte an alle Gemeinderäte: "Helfen wir zusammen, ein Quartier zu finden, und vergessen wir die Armen in unserer Stadt nicht!"

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Artikel Gerhard Hüttner 11. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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