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Salzkammergut

„Die Leute überschätzen im Gebirge oft ihre Kräfte“

Von Norbert Blaichinger   11. Juni 2012 00:04 Uhr

„Die Leute überschätzen im Gebirge oft ihre Kräfte“
Die gebürtige Münchnerin lebt seit sechs Jahren am Mondsee

MONDSEE. Veronika Ostermaier arbeitet als Biologin am Mondsee – zugleich ist sie die erste geprüfte Bergretterin am Fuß der Drachenwand.

Es ist Sonntag vergangener Woche. Veronika Ostermaier sitzt auf dem kleinen Balkon ihrer Mietwohnung am Mondsee und richtet ihren Blick gegen das Panorama der nahen Drachenwand. Große Unternehmungen lässt das Wetter heute wohl nicht zu. Immer wieder tauchen bedrohliche Gewitterwolken am Horizont auf. Da erreicht sie eine SMS. Alarm. Eine Bergsteigerin musste am Klettersteig auf die Drachenwand wegen Erschöpfung aufgeben. Wieder ein Einsatz für die 31-jährige studierte Biologin. Gemeinsam mit ihren Kameraden bricht sie auf, um die Bergsteigerin aus der Wand zu holen.

Veronika Ostermaier ist die erste geprüfte Bergretterin in der Bergrettung Mondsee. Zwar steigt sie schon seit drei Jahren mit den Kameraden auf, um anderen im Bedarfsfall zu Hilfe zu kommen, doch nun absolvierte sie auch die für die Bergretterprüfung erforderlichen Kurse. „Mit dieser Ausbildung fühlt man sich einfach sicherer beim Helfen, auch wenn man privat unterwegs ist“, sagt die attraktive Münchnerin, der seit frühester Kindheit alles Spaß macht, was mit Bewegung zu tun hat. Skifahren, Tauchen, Bergsteigen.

Kollegen bescheinigen ihr hohes Potenzial, auch beim Eisklettern. Sie hingegen sieht sich „nicht so extrem“. Und das, obwohl sie bereits einige besondere Besteigungen wie die des 4095 Meter hohen Kinabalu in Malaysia in ihr privates Gipfelbuch eintragen konnte.

Die Drachenwand habe sie „sofort fasziniert“, als sie vor sechs Jahren für ein Forschungsprojekt an das Limnologische Institut nach Mondsee kam. Und der benachbarte Schober ist für sie so etwas wie für andere der tägliche Abendspaziergang.

Welche Erfahrungen hat sie in ihrer bisherigen Zeit als Bergretterin gemacht? „Die Leute überschätzen ihre Kräfte oftmals und kämpfen sich dann mit letzter Kraft nach oben. Dabei gefährden sie sich selbst und achten nicht mehr darauf, dass sie leise und sanft klettern. Jedoch nur das würde aber auch andere Bergkameraden, etwa vor Steinschlag, schützen.“

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