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Linz

Wieder Konflikte zwischen Linzer Baumschützern und Stadtgärtnern

Von Erhard Gstöttner   13. Februar 2015 00:04 Uhr

Wieder Konflikte zwischen Linzer Baumschützern und Stadtgärtnern
Fällt man in Linz zu schnell Bäume? Nach einer Phase der Verständigung im vergangenen Sommer sind Baumschützer nun wieder misstrauisch.

LINZ. Baumschützer: Vereinbarungen nicht erfüllt – Stadträtin: Setzen die Gespräche fort.

Erneut angespannt ist das Verhältnis zwischen Linzer Baumschützern und Stadtgärtnern. Die Baumschützer beklagen, dass die von der zuständigen Stadträtin Susanne Wegscheider (VP) zugesagte Transparenz und Mitbestimmungsmöglichkeit für Baumschützer nur recht lückenhaft eingehalten werde. Die Stadträtin erwidert: "Wir machen uns das nicht leicht und bleiben im Dialog mit den Baumschützern." Kommenden Montag findet eine weitere Aussprache statt.

Die Baumschützer zeigen nun mehrere Fälle auf, wo die im vergangenen Sommer vereinbarte Transparenz missachtet werde. Beim Neptunbrunnen auf dem Linzer Bauernberg sollen zwei markante Robinienbäume gefällt werden. "Die bei Fällungen übliche Markierung fehlt, ein schriftliches Gutachten gibt es nicht", sagt der Linzer Architekt Günter Eberhardt von der Baumrettungs-Initiative. Ein Sachverständiger, den die Baumschützer eingeschaltet haben, stellte fest, dass die Bäume lange nicht gepflegt wurden, aber trotzdem noch zu retten seien. Für Stadträtin Wegscheider ist die Sache hingegen geklärt: "Die Bäume sind von einem Pilz befallen."

Auch jüngere Bäume gefällt

Nicht wie vereinbart seien die Stadtgärtner beim Breitwieserhof vorgegangen. Trotz Ersuchens, die Bäume zu erhalten, wurden dort die Pappeln gefällt. "Man beseitigte nicht nur die beiden älteren, sondern auch die jüngeren Bäume", sagt Eberhardt. Stadträtin Wegscheider widerspricht: "Da wurde informiert."

Es fehle an der versprochenen Transparenz, kritisiert Baumschützer Eberhardt: "Bei strittigen Fällen verlangt der Magistrat, dass wir auf unsere Kosten Gutachten erstellen. Der Magistrat stützt sich andrerseits nicht auf Gutachten, sondern auf Aussagen und Behauptungen von Mitarbeitern." Wegscheider sagt jedoch: "Das wurde nicht vereinbart."

Auch die Kennzeichnung von Bäumen, die gefällt werden, sei mangelhaft, berichten Baumschützer: "Die Kenntlichmachung erfolgt trotz mehrmaliger Urgenz nur unzureichend." Auch diesen Einwand will die zuständige Stadträtin nicht gelten lassen. Zu fällende Bäume würden 14 Tage vorher gekennzeichnet, sagt die Politikerin: "Aber es kommt vor, dass Passanten die Schleifen herunternehmen."

Verspätung beim Baumkataster

Beim Beginn ihres Dialogs, dem heftige Auseinandersetzungen vorangegangen waren, haben die Stadtgärtner zugesagt, dass die Datenblätter über zu fällende Bäume ins Internet gestellt werden. Doch dieses Verzeichnis, das im November 2014 fertig sein sollte, ist noch immer recht lückenhaft. Stadträtin Wegscheiders Erklärung für die Verspätung: "Die elektronische Erstellung des Baumkatasters ist ein großer Aufwand."

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