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Linz

Ein Seminar für Aufsässige? Wirbel um „Aktions-Akademie“ in Ottensheim

Von Herbert Schorn   14. Mai 2012 00:04 Uhr

OTTENSHEIM. Dass in Ottensheim fünf Tage lang friedlicher Protest gelehrt wird, löst Irritationen aus.

„Gewaltfreier ziviler Ungehorsam“ lautet der Titel eines Seminars, „Theater der Unterdrückten“ ein anderer. Ein Workshop geht der Frage nach, wie man eine Bürgerinitiative gründet, ein anderer lehrt das „ABC der Kommunikationsguerilla“. Diese und viele weitere Angebote stehen auf dem Programm der „Aktions-Akademie“, die von Mittwoch bis Sonntag in Ottensheim über die Bühne geht.

Nicht alle Ottensheimer sehen diese Veranstaltung unbedingt positiv. „Lernt man da, wie man professionell aufsässig wird?“, fragt ein irritierter Leser. „Oder wie man Strukturen gegen den Staat entwickelt?“

Federführend veranstaltet wird der Kurs vom Verein „Attac“, der sich für „eine demokratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft“ einsetzt. Er fordert unter anderem die demokratische Kontrolle der Finanzmärkte und ein gerechteres Welthandelssystem. Die Arbeiterkammer, die Grünen und die Volkshochschule unterstützen neben anderen diese Veranstaltung.

„Wir wollen, dass die Teilnehmer verschiedene friedliche Protestformen ausprobieren können“, sagt Natascha Strobl von „Attac“. „Sie sollen sehen, dass es ganz viele Wege gibt, Protest kundzutun.“ Man wolle „Handwerkszeug für politischen Protest“ vermitteln.

„Protest ist Menschenrecht“

Wird auch „professionelles Aufsässigsein“ gelehrt? „Friedlicher Protest ist ein Menschenrecht“, sagt Strobl. „Es ist wichtig, dass man ihn auslebt. Wenn niemand protestiert, wird sich nie was ändern.“ Um Strukturen gegen den Staat gehe es jedoch nicht. Aber: „Der Staat muss es aushalten, dass nicht alle seiner Meinung sind, dass Protest friedlich zum Ausdruck gebracht wird.“

Abgehalten wird die Akademie unter anderem in den Ottensheimer Schulen, in Gasthäusern, der Pfarre, im Alten Amtshaus und im Gemeindesaal. Die Veranstalter hätten dort die üblichen Tarife zu bezahlen, wie Bürgermeisterin Ulrike Böker (Pro O.) betont. Sie macht aber keinen Hehl daraus, dass sie die Inhalte der Aktions-Akademie gut findet. „Aktionen gegenüber, die sich Gedanken machen über eine gerechtere, solidarischere, ökologischere und friedlichere Welt, bin ich sehr aufgeschlossen“, sagt sie. „Dass man dabei manchmal mit friedlichen Aktionen Druck machen muss, ist ganz in meinem Interesse.“

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