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„Die Kunst brachte uns zusammen“

Von Von Diana Weidlinger, 12. August 2010, 00:04 Uhr
„Die Kunst brachte uns zusammen“
Künstlerehepaar Annerose und Alois Riedl neben einem Werk des Malers. Bild: privat

Seit gut drei Jahrzehnten privat und beruflich eine Einheit. Unterstützend, vertraut und nachsichtig mit den Eigenheiten eines Künstlers. Alois und Annerose Riedl: Der Maler und die Bildhauerin.

„Schon als Bub hat mich die Art von Kunst beeindruckt, die man eigentlich gar nicht als Kunst sieht.“ Alois Riedl wächst in St. Marienkirchen auf, wo sich sein Interesse an der Bildenden Kunst formiert. Er zeichnet viel, trifft sich mit Künstlern aus der Gegend und beschließt Ende der 60er-Jahre, seine Arbeit als Zollwärter gegen die Passion als freischaffender Künstler zu tauschen. In diesen Jahren lernt er auch seine spätere Gattin Annerose kennen. Beiläufig beim Tanzen am Sportlerball tauschen sie sich über ihre Vorliebe für Kunst aus und kommen sich so näher. 1973 heiraten die beiden.

Die gebürtige Passauerin genießt eine kaufmännische Ausbildung, bis sie in den 80er-Jahren beschließt, mehr aus ihrem Leben zu machen. Sie widmet sich fortan ihren künstlerischen Ambitionen. „Mein Mann hat damit aber nichts zu tun, das war mein eigener Entschluss.“ Vieles geschehe einfach unbeabsichtigt und aus Banalität, meint Alois Riedl. Wie er sein eigenes Schaffen bezeichnen würde, weiß er selbst nicht so genau. „Ich pendle zwischen einer Gegenständlichkeit und Abstraktion, aber sehen Sie sich meine Bilder an, ich kenn mich selbst wohl nicht ganz aus... “

Betrachtet man seine Werke, sieht man in den früheren Jahren die Beschäftigung mit der Gegenständlichkeit von Stühlen, Sofas und Liegestühlen, die sich aufzulösen beginnt. Es wendet sich in die Beschäftigung mit menschlichen Formen. „Mein Interesse an Möbeln ging einfach verloren. Man soll sich doch selber immer wieder mit etwas Neuem überraschen.“

Während Alois Riedl seinen Bildern nachgeht, erzeugt Annerose erfolgreich und ausschließlich weibliche Holz- und Tonfiguren, die sie bewusst nicht nach dem gängigen Schönheitsideal formt. Mit ebensolcher Verweigerung nach Norm gibt Alois Riedl den meisten seiner Werke keinen Titel. „Die Titelsucht ist ohnehin zu weit verbreitet.“ Dass zwischen den beiden Rivalität herrschen könnte, scheint bei der Betrachtung zahlreicher gemeinsamer Projekte und ihres Lebensweges unmöglich. „Es ist ein Vorteil, wenn beide Partner den gleichen Beruf ausüben. Wir verstehen einander, helfen uns bei Ausstellungen – man weiß einfach, um was es dem anderen geht“, sagt Annerose Riedl. So fühlen sie nicht nur miteinander, wenn der andere in seiner Arbeit stagniert, sondern freuen sich auch gemeinsam über Preise, etwa den OÖ Landeskulturpreis. „Wir schätzen diese Anerkennung von außen sehr. Es ist wie bei der Leichtathletik, ungefähr so, als würde man Landesmeister werden“, vergleicht Alois Riedl. Eine noch größere Bedeutung hat so eine Auszeichnung wahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass die beiden nie eine Akademie besucht haben, sondern autodidaktisch ihren Weg gingen. Ihre Zukunftspläne sind bodenständig: „Wir wollen einfach, wie jeder Künstler, so lange wie möglich arbeiten. Und wir hoffen, dass unsere Werke – auch über unsere Zeit hinaus – wahrgenommen werden.“

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