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Religion und Moderne: Drei Tage vielfältige Diskussion

BRAUNAU. Zeitgeschichte-Tage von Freitag, 22., bis Sonntag, 24. September.

Religion und Moderne: Drei Tage vielfältige Diskussion

Die Vorstandsmitglieder des Vereins für Zeitgeschichte Braunau Bild: privat

Um Ursachen und Auslöser, um Tendenzen und Ängste, um Chancen und Gefahren geht es in den Vorträgen um das diesjährige Schwerpunktthema der Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Religion und Moderne" im Gugg. Eröffnet werden sie am Freitag von Bürgermeister Hannes Waidbacher, Bundesrat Ferdinand Tiefnig und Florian Kotanko, Vorsitzender des Vereins für Zeitgeschichte Braunau. Am Samstag (19.30 Uhr) wird dem ehemaligen Botschafter Paul Leifer der Egon-Ranshofen-Wertheimer-Preis verliehen. Leifer hatte 1973 nach dem Militärputsch in Chile zahlreiche politisch Verfolgte in der Botschaft aufgenommen, ihnen die Ausreise nach Österreich ermöglicht und sie so gerettet.

Der Themenbogen ist weit gespannt, im Folgenden eine Kurzvorschau auf die Referate:

Heiner Boberski "Das Jahrhundert der Religionen. Vom Auslaufmodell zur Weltmacht?" (Freitag, 19.30 Uhr) Thesen: Ideologien wie der Kommunismus prägten das 20. Jahrhundert. Die religiöse Weltkarte ist wieder in Bewegung geraten – das Christentum stagniert, Islam und Atheismus nehmen zu. Antworten zur religiösen Großwetterlage im Licht neuester Entwicklungen wird der Referent geben, der aus Linz stammt, in Wien als Journalist und Autor lebt.

Hans Köchler "Das Verhältnis von Religion und Politik in Österreich und Europa: Die Idee des säkularen Staates." (Samstag, 10.30 Uhr) Thesen: Nach zwei Jahrhunderten Aufklärung haben Migration und Bevölkerungswandel Religion wieder zu einem Thema politischer Auseinandersetzungen in Europa gemacht. Die strikte Trennung von Glaube und Politik steht in der multikulturellen Gesellschaft auf dem Prüfstand. Der Dialog zwischen den Religionen werde zentrale Herausforderung sein, wenn es um sozialen Frieden und Stabilität geht, sagt der emeritierte Innsburcker Universitätsprofessor.

Klaus Vondung "Formen des Religiösen im Nationalsozialismus" (Samstag, 11.30) Thesen: Als rassistisch-politische Ideologie war der Nationalsozialismus antichristlich und erst recht antijüdisch – hatte aber dennoch religiöse Erscheinungsformen. Großveranstaltungen hatten kultischen Charakter, das Politische wurde ins Religiöse überhöht. Sinnstiftung und Verpflichtung sieht der emeritierte Siegener Professor im Hintergrund.

Moussa Al-Hassan Diaw "Ideologisierung des Islam, politisches Sektierertum und Terrorismus" (Samstag, 14 Uhr) Thesen: Souveränität des Menschen sei abzulehnen, weil dies dem Vergötzen des Menschen gleichkomme. Das ist die Quintessenz des Werks eines ägyptischen Denkers, das für die Entwicklung einer politisch-ideologischen Programmatik in muslimischen Gesellschaften und Staaten prägend war. Al-Qaida sei kein Rückfall ins Mittelalter, sondern eine Begleiterscheinung der Globalisierung, zitiert der an der Pädagogischen Hochschule Linz und in der Extremismusprävention tätige Referent.

Hansjörg Hemminger "Im Besitz der Wahrheit. Christlicher Fundamentalismus in einer weltlichen Kultur" (Samstag, 15) Thesen: Der protestantische und katholische Fundamentalismus wird weniger durch theologische Aussagen als durch Abwehr von Modernisierungsprozessen geprägt. Ob Unfehlbarkeit, mit göttlicher Autorität ausgestattete Institution oder heiliger Text – die Wahrheit geht in den Besitz derer über, die Macht in den Gemeinschaften ausüben. Es gebe eine gedankliche und populistische Nähe zum Rechtspopulismus, führt der deutsche ehemalige Beauftragte für Weltanschauungsfragen aus.

Frieder Ludwig "Kolonialismus und Religion" (Samstag, 16.30 Uhr) Thesen: Für europäische Theologen sind Begegnungen mit afrikanischen und asiatischen Gemeindeleitern wichtig, weil es große Unterschiede gibt und diese in Migrationsgemeinden virulent werden. Der Referent von der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie in Hermannsburg wird die Rolle des Christentums in der Phase der Kolonialisierung thematisieren und auf aktuelle Fragen eingehen.

Edith Riether "Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos" (Sonntag, 10 Uhr) Sie wird über das Projekt "Weltethos", initiiert vom Schweizer Theologen Hans Küng, referieren, das auch in der Ausstellung während der Zeitgeschichte-Tage thematisiert wird.

Franz Gmainer Pranzl "Religion zwischen Entzauberung und Sinnstiftung. Ein postsäkulares Szenario" (Sonntag, 11.15 Uhr) Thesen: Pluralisierung, Individualisierung, Migration und Globalisierung verändern die religiöse Landschaft in Österreich nachhaltig. Konflikte um religiöse Symbole zeigen das Spannungsfeld von Religion und Moderne auf. Postsäkular meine die Fähigkeit, eine plurale Gesellschaft als politische Chance und intellektuelles Potenzial wahrzunehmen, stellt der Salzburger Universitätsprofessor fest.

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Artikel Monika Raschhofer 17. September 2017 - 07:04 Uhr
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