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Innviertel

"Hakenkreuz-Fahne hat optisch gut in meine Wohnung gepasst"

Von Thomas Streif   31. Oktober 2014 15:23 Uhr

Prozess Ried
Der Mann muss sich vor dem Landesgericht in Ried verantworten

RIED. Am Freitag-Vormittag musste sich ein 21-Jähriger Mann aus dem Bezirk Ried vor dem Landesgericht Ried verantworten. Der Angeklagte hatte über einen längeren Zeitraum zwei Fahnen mit nationalistischen Symbolen in seiner Wohnung aufgehängt.Er wurde zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt – der Richterspruch ist nicht rechtskräftig.

"Ich wollte cool sein und mir Respekt bei meinen Freunden verschaffen", sagt der Angeklagte zu Beginn seiner Befragung. Dass er zwei Fahnen, eine mit einem Hakenkreuz, eine andere mit der Aufschrift "Waffen SS" in seiner Wohnung aufgehängt hatte, bestreitet er nicht. Die Fahnen hätten außerdem optisch sehr gut in seine Wohnung gepasst Sein Verteidiger sagt, dass sein Mandant kein NS-Gedankengut verbreiten wollte. Er sei nicht mit der Fahne auf einem Volksfest herumgelaufen und auch sonst sei er alles andere als ein typischer Nazi.

"Hitler hat Autobahn gebaut"

"Hitler hat die Autobahn und die VW-Werk gebaut und war kein so schlechter Mensch, aber gewisse Sachen hat er nicht gut gemacht", so der Angeklagte zu Beginn der Verhandlung. "Warum hängen sie sich dann nicht einfach eine VW-Fahne in ihr Wohnzimmer", so die Replik der vorsitzenden Richterin Claudia Lechner. Trotz dieser Ansichten versucht der Mann sich während der Befragung immer wieder von der NS-Zeit zu distanzieren, verwickelt sich aber nicht nur einmal in Widersprüche. Ein Freund habe ihm den Rat gegeben, die Fahnen wieder zu entfernen. "Ich habe leider nicht sofort auf ihn gehört, aber über die NS-Zeit haben wir so gut wie nie gesprochen. "Ich habe nie rechtsextreme Musik gehört und war auch bei keinem Treffen von Rechten. Das hat mich nie interessiert."

Vier Monate bedingte Haft

"Ich glaube, dass wir sie zu zwei Jahren Geschichtsunterricht verurteilen werden, das wäre gescheit", so Staatsanwalt Franz Joseph Zimmer. Nach einer rund einstündigen Beratung fällte das Geschworenengericht ein Urteil: Der Innviertler wird zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt – der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig. Die Hakenkreuz-Fahne wird vernichtet. Die andere Flagge mit der Aufschrift "Waffen SS" hat der Mann laut eigenen Angaben bereits selber verbrannt. Die Polizei hatte, so die Richterin, bei der Hausdurchsuchung vergessen, diese Fahne mitzunehmen.

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