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Oberösterreich

Die Volksschullehrer sind in Zukunft Akademiker

Von Herbert Schorn   15. Januar 2015 00:05 Uhr

Die Volksschullehrer sind in Zukunft Akademiker
Derzeit bilden die beiden Pädagogischen Hochschulen 1250 Volks- und Sonderschullehrer aus. Die Rektoren hoffen, dass der Andrang trotz des längeren Studiums nicht versiegt, sondern neue Schichten angesprochen werden.

LINZ. Im Herbst startet das neue Studium für Grundschulpädagogen: Es dauert zwei Jahre länger, schließt mit Master ab.

Ab dem Wintersemester wird es ernst mit der österreichweiten Lehrerbildung Neu: In einem ersten Schritt wird das Studium der Volksschullehrer reformiert, bevor ein Jahr später jenes der Lehrer für Neue Mittelschulen und Gymnasien vereinheitlicht wird. Ab kommender Woche startet die Anmeldephase an den beiden Pädagogischen Hochschulen (PH) in Linz. Im OÖN-Gespräch beantworten die Rektoren und Vize-Rektoren die wichtigsten Fragen.

 

1 Wie läuft das neue Studium ab? Die Grundausbildung dauert nun vier Jahre und schließt mit dem Bachelor ab. Danach ist eine einjährige "Induktionsphase" vorgesehen. Dabei steigen die jungen Lehrer – wenn es genügend freie Stellen gibt – in Teil- oder Vollzeit in den Beruf ein und werden von extra ausgebildeten Lehrern ("Mentoren") begleitet. Danach kehren sie für die einjährige Master-Ausbildung an die PH zurück. Der Master kann aber auch gleich an den Bachelor angehängt werden. Er muss innerhalb von fünf Jahren absolviert werden.

2 Warum brauchen Volksschullehrer eine zwei Jahre längere Ausbildung? "Ein zehnsemestriges Studium für Pädagogen vom Kindergarten bis zum Gymnasium ist internationaler Standard", sagt Rektor Franz Keplinger, PH der Diözese. Die Entwicklungspsychologie habe längst bewiesen, wie wichtig die ersten Lebensjahre sind: "Dem muss die Lehrerausbildung Rechnung tragen." Dank des neuen Dienstrechtes erhalten die Lehrer ein höheres Einstiegsgehalt.

3 Welche Inhalte kommen dazu? Zum einen werden die Theoriefächer etwa in Deutsch oder den Naturwissenschaften ausgebaut, zum anderen die Lehre über die altersgerechte Vermittlung an die Kinder. "Besonders wichtig ist uns die Vernetzung von Theorie und Praxis", sagt Rektor Herbert Gimpl von der PH Oberösterreich. "Wir wollen, dass die Studierenden fachwissenschaftlich fit sind, aber das Wissen auch altersgerecht vermitteln können." Dazu soll es zum Beispiel Seminare geben, in denen Lerneinheiten für eine konkrete Klasse im Theorie-Unterricht erarbeitet, dann ausprobiert und evaluiert werden. Und: "Ab dem fünften Semester muss jeder Studierende Schwerpunkte setzen", sagt Berta Leeb, Vize-Rektorin an der PH der Diözese. An beiden PHs gibt es 14 Schwerpunkte, etwa Sprache, Naturwissenschaften oder Elementarpädagogik.

4 Warum gibt es keine eigene Sonderschullehrer-Ausbildung mehr? Wer mit lernbeeinträchtigten oder behinderten Kindern arbeiten will, macht das Lehramt entweder für Volksschulen oder NMS/Gymnasien und spezialisiert sich im Schwerpunktfach. Auch alle anderen Studenten müssen sich mit dem Thema "Inklusion" mehr als bisher beschäftigen.

5 Wird die Ausbildung wissenschaftlicher? Ja, weil das wissenschaftliche Personal aufgestockt wird. Zum anderen müssen die Studenten in der Masterarbeit wissenschaftliche Fragen aus der Praxis bearbeiten. "Das wird auch der Unterrichtsentwicklung nützen", sagt Katharina Soukup-Altrichter, Vize-Rektorin der PH OÖ. Es gebe so mehr Daten, auch an den Schulen steige die Expertise.

 

Im OÖN-Gespräch

Zwei Rektoren und ihre Stellvertreterinnen informierten die OÖN über die neue Ausbildung: Herbert Gimpl und Katharina Soukup-Altrichter von der PH Oberösterreich sowie Franz Keplinger und Berta Leeb von der PH der Diözese. Ab kommender Woche starten die Info-Tage: 20. 1. (10–19 Uhr), 26. 2. (9–16 Uhr) an der PH OÖ, 30. 1. und 24. 3. (jeweils 10–12 Uhr)an der PH Diözese.

 

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