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Amerika ist anders – auch beim Hundetraining

30. Oktober 2017, 00:04 Uhr
Amerika ist anders – auch beim Hundetraining
Cesar Millan mit einem Hunderudel beim Journalisten-Seminar in Garmisch-Partenkirchen. Bild: Kai Heimberg/Semmel Concerst

Cesar Millan, der bekannteste und umstrittenste TV-Hundetrainer der Welt, führte Journalisten seine Methoden vor.

Was steckt hinter dem Phänomen Cesar Millan? Ist der gebürtige Mexikaner mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft ein Hundequäler, wie Tierschützer und anerkannte Hundetrainer in Österreich behaupten? Oder ist er der einfühlsame Hundeflüsterer, als der sich der 48-Jährige in seinen weltweit ausgestrahlten Fernsehsendungen und bei seinen Showauftritten gern bezeichnen lässt?

Die OÖNachrichten haben ein Seminar Cesar Millans besucht, das er in Garmisch-Partenkirchen für Journalisten gegeben hat, um seine aktuelle Show "Once Upon a Dog" zu promoten, mit der er nächsten April durch Deutschland und Österreich touren wird. Dabei betonte er immer wieder, wie wichtig es ihm sei, Hunde respektvoll und einfühlsam zu behandeln. "Wer eine gute Beziehung zu seinem Tier hat, weiß, wie es ihm geht und was es braucht, ähnlich wie eine Mutter spürt, was das Beste für ihr Kind ist", sagte Millan.

Doch hat sich auch die Berner Sennenhündin "Fanni" respektvoll behandelt gefühlt, als ihr der "Hundeflüsterer" beibrachte, dass sie beim Gassigehen künftig nicht mehr ziehen darf, sondern ruhig neben ihrer Besitzerin hergehen soll? Das fragten sich einige Seminarteilnehmer, denen seine Methode der Umerziehung eher grob als einfühlsam erschien. Millan legte der Hündin die Schlinge einer Leine knapp hinter dem Kiefer an und zwang Fanni durch anfangs recht kräftiges Ziehen nach oben dazu, vorerst ruhig neben ihm und später neben seinem Frauchen herzugehen.

Fragwürdige Methoden

Zugegeben, die Übung gelang recht schnell, doch die Tatsache, dass der etwa 60 Kilogramm schwere Hund durch den Leinenzug zwischendurch zweimal heftig röchelnd um Luft rang, disqualifizierte die Methode Millans dennoch. Verwundert hat kritische Zuseher außerdem, dass Millan kein Wort des Lobes oder Streicheleinheiten für Fanni übrig hatte, als sie brav neben ihm herging. Moderne Hundetrainer in Österreich würden anders vorgehen, um dem besten Freund des Menschen das Ziehen an der Leine abzugewöhnen. Sie würden das Tier mit Leckerlis, Spielzeug und viel Lob dazu motivieren, sich beim Spazierengehen stärker an seinem Besitzer zu orientieren und mit ihm Blickkontakt zu halten. Diese Übung würde Mensch und Hund nicht nur das Spazierengehen erleichtern, sondern gleichzeitig die Bindung der beiden festigen, was bei Millans Methode zu bezweifeln ist.

Gute Ansätze

Doch der amerikanische Hundecoach hat bei dem Journalisten-Seminar auch Empfehlungen gegeben, die wohl jeder moderne Hundetrainer in Europa unterschreiben würde. So etwa, dass es wichtig sei, seinem Haustier gegenüber souverän (nicht zu verwechseln mit grob!) aufzutreten, weil sich ein Hund nur bei einem Besitzer wirklich wohl fühlt, der ruhig und bestimmt vorgibt, wie er sich das gemeinsame Leben vorstellt. "Ist der Hundeführer nervös und gibt er keine klare Linie vor, dann wird auch der Hund unruhig sein und seinen Besitzer nicht ernst nehmen", sagte Millan. Es sei also wichtig, dass Hundehalter, die Probleme mit ihren Tieren hätten, immer sich selbst und ihren Umgang mit dem Vierbeiner hinterfragen. Oft sei das Problem durch Verhaltensänderung des Hundeführers rasch zu lösen.

Amerika ist anders – auch beim Hundetraining
Millan beim Training mit der Berner Sennenhündin Fanni Bild: gul

Tierschützer warnen

Kritik von Tierschützern an ihm und seinen Vorstellungen von souveräner Hundeführung, animiert den 48-Jährigen jedoch nicht dazu, sein Verhalten zu überdenken. So tut er fragwürdige Methoden, die er in Fernsehshows vorführt – wie etwa das Treten von Hunden, um deren Verhalten zu korrigieren, das Packen und Hochheben erwachsener Hunde am Nacken und die Verwendung von Elektroschock-Halsbändern –, als "Missverständnisse" ab. Er würde solche Vorwürfe einfach ignorieren, meinte Millan in einem Interview, das einige Zeit auf seiner Internetseite "cesarsway.com" nachzulesen war. Darin sagte er auch: "Ich weiß, einige Leute verbreiten Gerüchte, ich würde Hunde körperlich misshandeln. Das ist widerlich. Ich glaube, man muss Hunde manchmal körperlich korrigieren, weil Hunde mit all ihren Sinnen reagieren – dazu gehören Berührungen. Aber das ist etwas anderes, als einem Hund Schmerzen zu bereiten oder ihn zu misshandeln."

Aktuelle Show

Tierschützer appellieren dennoch an Hundebesitzer, die im April nächsten Jahres eine der insgesamt 19 Shows Cesar Millans in Österreich und Deutschland besuchen werden, jeden seiner Erziehungsratschläge kritisch zu hinterfragen und seine Empfehlungen keinesfalls blindlings nachzuahmen.

 

Hunde prägten Millans Kindheit

Cesar Millan wurde am 27. August 1969 in Mexiko geboren. „In meiner Kindheit verbrachte ich viel Zeit auf dem Hof meines Großvaters, wo ich mich mit Hunden und ihren Verhaltensweisen beschäftigte“, erzählt Millan. Mit 13 Jahren sei er in seiner Heimat als „El Perrero“, der Hundebursche, bekannt gewesen.
Als illegaler Einwanderer kam der Mexikaner mit 21 Jahren in die USA (Kalifornien), wo er anfangs als Hundefriseur und später als Tierarzthelfer und Hundepfleger arbeitete. Dabei erwarb er sich den Ruf als Hundeexperte. 1994 lernte Millan den Hollywoodstar Will Smith kennen, der ihn als „Hundeflüsterer“ an andere Prominente weiterempfahl und so den Grundstein für die Karriere des heute 48-Jährigen legte.

 

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22  Kommentare
22  Kommentare
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tyson4690 (989 Kommentare)
am 30.10.2017 19:26

Schon mal bei der Ausbildung zum JAgdhund zugesehen? Da gehört das Tac zur Standartausrüstung und keiner regt sich auf!! Obwohl es verboten ist. Stachel- und Korallenhalsbänder ebenso. Ich persönlich verwende bei meinem Hund auch gelegentlich das so genannte Maliband von Caesar Millan und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht! Es kommt immer darauf an, wie und wann ich es verwende. Es ist aber kein Allheilmittel und jeder Hund reagiert anders darauf, und leider glauben viele: jetzt mach ich ihm das Band rüber und alles is perfekt. Das spielts aber leider nicht!!
Eines noch: nicht jeder Hund wurde von Welpen auf artgerecht gehalten, vlt sogar geschlagen und gequält!! Dem kannst du seine schlechten Erfahrungen nicht herausstreicheln wenn er fast ein Jahr nur gequält wurde. Was aber nicht heißt, dass man es herausprügeln soll!!! Aber (je nach Persönlichkeit des Hundes) es doch einer strengeren Hand bedarf. Sind meine Erfahrungen.

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kleinerdrache (9.944 Kommentare)
am 30.10.2017 16:44

Mittls Blickkontakt signalisierte ich meinem Hund die Grundkommandos. Das funktioniert prima.

Teste das heute noch in der BIM - bei fremden Hunden - bin immer wieder erstaunt, wie die brav folgen... grinsen

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alf_38 (10.949 Kommentare)
am 30.10.2017 15:53

Ich schau mir viel lieber den Rütter an. Der ist mir sympathischer und von dem habe ich noch nie gehört, dass er solche Methoden anwendet.

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tyson4690 (989 Kommentare)
am 30.10.2017 19:16

dazu möchte ich aber anfügen, dass es Herr Rütter wohl eher mit Wauzzis zu tun hat, oder eben mit Hunden von so genannten Promis die ihre Hunde einfach nur vertrottelt haben und sich dann wundern wenn sie ihnen in die Schuhe pissen zwinkern

Aber ich mag beide, Caesar wegen seiner FAchkenntniss, Rütter weil er lustig is =)

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cd33 (385 Kommentare)
am 30.10.2017 11:48

Bei solchen Anschuldigung wie Treten von Hunden oder Elektroschockhasbänder würde ich gerne ein paar Videobeweise von jenen gesehen die das behaupten.

Ich kenne Cesar seit ca. 10 Jahren, aber das wäre mir neu ...

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despina15 (10.049 Kommentare)
am 30.10.2017 15:35

ich selbst habe einiges angewandt
von milan,war begeistert wie es
wirkte!!!!!!!!!
ohne schläge!!!
hatte öfters sehr scheue pflegehunde,
auch da war es eine grosse hilfe,bin
begeistert von seinem wirken!!!

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despina15 (10.049 Kommentare)
am 30.10.2017 15:42

selbst ohne gewaltanwendung!

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mitreden (28.669 Kommentare)
am 30.10.2017 09:54

Gut so. Die Methoden sind nicht fragwürdig, sondern führen rasch zum gewünschten Erfolg.

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Globus66 (764 Kommentare)
am 30.10.2017 10:14

Folter führt auch meist rasch zum Erfolg...

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pepone (60.622 Kommentare)
am 30.10.2017 13:00

von Globus66 (558) · 30.10.2017 10:14 Uhr

Folter führt auch meist rasch zum Erfolg...

NEIN !
Folter führt zu Rache und würde ein Hund fühlen so behandelt zu werden er könnte/würde beißen ! ich bin mit Tiere aufgewachsen.
ich habe schon mehrmals die Sonntagssendung gesehen und hatte noch nicht das Gefühl dass er Gewalt anwendet. sondern nur dem Tier zeigt wer das Sagen hat .Und der Erfolg zeit es .

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WindausNordost (305 Kommentare)
am 30.10.2017 10:25

NICHT gut so!
Natürlich führen diese Methoden rasch zum Erfolg - welcher Hund möchte denn gerne einen schmerzenden Fersenkick in die Lende bekommen? Und das (für den Hund) unvermittelt? Es geht immer nur um den RASCHEN Erfolg!
Wie Bergbauer schon geschrieben hat, teilen Tiere untereinander durch Körpersprache mit, dass es bald Folgen haben wird, wenn das gezeigte (negative) Verhalten nicht geändert wird. Das macht der Mensch aber nicht - er knurrt nicht, bevor der Tritt kommt. Er sträubt nicht die Haare, bevor an der Leine um den Hals ruckartig gerissen wird. Er verändert seine Körperhaltung nicht, bevor es "was setzt". Wie soll sich da ein Hund darauf einstellen bzw. einlassen können? Da geht es nur um Unterwürfigkeit - Machtausübung.

Eine Vielzahl der Hunde, die Cesar "therapiert", lebt in engen, bis zu 2m hoch blickdicht eingezäunten Gärten. Keine Hundeschule, kaum bis gar kein sozialer Auslauf (RICHTIGES Gassigehen) - NICHT auf diesen sch**** Laufbändern!

DA fängt es schon an!

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alf_38 (10.949 Kommentare)
am 30.10.2017 15:57

100 % Zustimmung.

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Andrula (818 Kommentare)
am 30.10.2017 21:03

Wind - absolut richtig !! Bin ganz deiner Meinung und hab schon mit einigen recht eigenen , großen Hunden gelebt .

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Perry22 (619 Kommentare)
am 30.10.2017 11:25

Ja, sicher.
Wenn ich einem Menschen fessle, kann er auch nicht mehr gehen. Hab ich es ihm damit abgewöhnt?

Falls Sie sich einen Hund zulegen, damit sie jemanden zum Unterdrücken und Schikanieren brauchen, weil das bei Menschen nicht klappt, dann sind Sie sicher bei Millan richtig.

Falls Sie jedoch den Hund als fühlendes Lebewesen sehen, was Hunde ja auch sind, dann empfinden Sie für diese gewalttätigen Methoden nur Abscheu und Verachtung.

Und nicht vergessen: Seine Würgehalsbänder verwendet Millan weiterhin nur in den USA - bei uns ist das verboten

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despina15 (10.049 Kommentare)
am 30.10.2017 15:40

bin mit meinem allerersten hund
bei uns in österreich abrichten
gegangen,allerdings nicht lange,
die grobheiten die da passieren
möcht ich nicht weitergeben!

auf so einem platz sieht man mich
nie mehr wieder!!!!

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alf_38 (10.949 Kommentare)
am 30.10.2017 15:59

Das eine rechtfertigt das andere nicht.

Was nicht heißen soll, dass alles was er macht, schlecht ist.

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alf_38 (10.949 Kommentare)
am 30.10.2017 15:58

Doch, das sind sie.

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Bergbauer (1.738 Kommentare)
am 30.10.2017 08:47

Wir Menschen, Hunde Pferde, Kühe lernen indem wir Verhalten, das uns Vorteile bringt, wiederholen, und Verhalten das uns Nachteile einbringt, meiden. Wer das glück hat mit Tieren aufzuwachsen, und ihr Verhalten untereinander beobachten kann, wird sehen dass es bei denen zur Klärung einer Rangordung, beim Futter... auch nicht immer absolut gewaltfrei zugeht. allerdings wir durch Körpersprache vorher immer mitgeteilt, dass das negative Verhalten bald schmerzliche Folgen haben wird, und das garantiert. So lernen Tiere Ranghöhere zu respektieren ohne Schmerzen erleiden zu müssen, und das ist nach meiner Meinung auch ein Schlüssel zu feinem, gewaltfreiem Umgang mit Tieren.

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Gast15 (397 Kommentare)
am 30.10.2017 10:53

So ist es. Und ausschließlich positive Verstärkung wird bei sehr dominanten Tieren wahrscheinlich nicht zum gewünschten Erfolg führen.
Man muss ja nicht brutal sein, aber rechtzeitiges korrektives Eingreifen kann oft nicht schaden... dann würde so mancher Hundebiss verhindert werden können.

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despina15 (10.049 Kommentare)
am 30.10.2017 15:47

gebe ihnen total recht,alleine
mit dem ton in der stimme,gesten
kann man viel richten,meine hunde
wissen all dass zu deuten....

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alf_38 (10.949 Kommentare)
am 30.10.2017 16:05

Im Grunde genommen hast du Recht - aber Pferde, Kühe und Hunde kann man nicht 1:1 vergleichen.
Wenn Hunde Konflikte austragen, liegt es in der Natur der Sache, dass das Verletzungsrisiko groß ist. Daher haben Hunde unzählige Beschwichtigungsgesten entwickelt, um einen Konflikt zu vermeiden. Und da liegt auch schon der Fehler des Herrn Milan - er kommt gleich und ohne Vorwarnung zur Sache und das geht so nicht.

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WindausNordost (305 Kommentare)
am 30.10.2017 17:36

Richtig - Ich sag nur : calming signals

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