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Hohe Benzinpreise und Krise: Italiener verzichten aufs Auto

Von nachrichten.at/apa   25. März 2012 12:33 Uhr

ROM. Unter dem Druck der rasant wachsenden Benzinpreise, die ein Rekordhoch von fast zwei Euro pro Liter erreicht haben, verzichten die Italiener immer öfter aufs Auto.

Auf den sonst heillos belasteten Straßen in den Metropolen ist in den letzten Wochen erstmals seit Jahrzehnten der Privatverkehr stark rückgängig. Der Trend ist klar: Gegen die hohen Benzinpreise setzen die Italiener immer mehr auf öffentliche Verkehrsmittel.
Seit die Regierung Monti zu Jahresbeginn die Benzinsteuer erhöht hat, ist die Zahl der verkauften Jahreskarten für das öffentliche Verkehrsmittelnetz in Mailand um 20 Prozent gestiegen, bei den Monatskarten wurde ein Plus von 33 Prozent gemeldet. Der römische Nahverkehrbetreiber Cotral meldete seit Jahresbeginn ein 17-prozentiges Wachstum bei den verkauften Fahrkarten, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.
Taxifahrer in der "Ewigen Stadt", die täglich mit einem chronisch belasteten Verkehrssystem zu kämpfen hatten, staunen. "Im Vergleich zu den letzten Jahren ist der Rückgang im Privatverkehr beeindruckend. Die Bürger geben lieber einen Euro für eine Buskarte, statt zehn Euro für das Benzin aus", berichtete ein Taxifahrer. Davon würden jedoch lediglich die Nahverkehrgesellschaften und nicht die Taxifahrer profitieren, klagte er.
Zugleich sinkt die Benzinnachfrage. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres wurde ein Minus von 20 Prozent bei der Spritnachfrage verzeichnet, berichtete der Verband der Ölgesellschaften in Italien. Um den Tank vollzubekommen, müssen die Italiener durchschnittlich 30 Euro mehr als im Vorjahr ausgeben.

Rückgang von 19 Prozent

Auch die italienische Autoindustrie stöhnt unter dem Druck der tiefen Krise. Die Branche meldete im Februar einen Rückgang bei den Kfz-Neuzulassungen von 18,94 Prozent auf 130.661 Autos. Das ist das schlechteste Ergebnis der letzten 15 Jahre, berichtete der Verband der ausländischen Autobauer in Italien, Unrae. Schon im Jänner war es zu einer Reduktion von 16,9 Prozent gekommen. Das Minus belastet vor allem den italienischen Autobauer Fiat.
Der zunehmende Verzicht auf das Privatauto ist ein neuer Trend in Italien, das stets stark auf Individualverkehr gesetzt hatte. Im Gegensatz zu den anderem Europäern waren die Italiener bisher kaum geneigt, auf Öffis umzusteigen, im Gegenteil. Mit 600 Autos pro 1.000 Einwohner ist Italien europaweit das Land mit den meisten Privatfahrzeugen pro Kopf. Dazu gibt es noch 120 Motorräder und Mopeds pro 1.000 Einwohner.

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