Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Die Waffenbrüderschaft war schnell brüchig

Von Wolfgang Braun, 06. August 2014, 00:04 Uhr

Auf der einen Seite die "Perfidie der Franzosen" und die "frevelhaften und tückischen Russen" – auf der anderen die edlen Österreicher und ihre nicht minder edlen deutschen Waffenbrüder.

Die Tages-Post kannte auch am 6. August, dem Tag der Kriegserklärung an Russland, nur noch Schwarz und Weiß.

Das Bündnis mit Deutschland wurde aber nicht nur in den Zeitungen beschworen. Auch auf den Straßen gab es in Österreich-Ungarn spontane Sympathiekundgebungen vor deutschen Einrichtungen.

Diese Euphorie verflog allerdings schnell. Schon nach den ersten Kriegsmonaten schaukelten sich unter den Militärs Differenzen und Feindseligkeiten auf. Die Bruchlinie war klar: Hier die Deutschen, die das österreichisch-ungarische Vielvölkerheer von Anfang an mit Skepsis betrachteten und wenig Vertrauen in dessen Schlagkraft hatten. Dort die Österreicher, die den Deutschen vorwarfen, prinzipiell alles besser zu wissen.

Intern nahm man sich nach den ersten Niederlagen bald kein Blatt mehr vor den Mund. Im Herbst 1914 schrieb der Generalstabschef des deutschen Oberkommandos Ost und spätere operative Armeechef Erich Ludendorff an seinen Vorgesetzten General von Moltke: "Die österreichische Truppe ist schlecht. Sie hat so viel von einem übermächtigen Feind gehört, dass sie ein Recht zum Weggehen zu haben glaubt, wenn ein stärkerer Feind kommt."

"Hundsmiserabel schlapp"

Etwas mehr als ein halbes Jahr später war die deutsche Ernüchterung noch größer, das Urteil des preußischen Kriegsministers Wild von Hohenborn vernichtend: "Die Österreicher sind ja zu hundsmiserabel schlapp. (...) Es ist hart. Aber man muss sie ertragen – wir haben ja nichts Besseres."

Österreich blieb aber nichts schuldig, auch bei uns mokierte man sich über den Waffenbruder: "Erfreut bin ich über das Zusammenarbeiten mit den Deutschen nicht. Es gehört eine kolossale Selbstverleugnung dazu, und man muss sich stets vor Augen halten, dass man der großen Sache Opfer bringen muss. Sie haben den Mund immer voll, sind von einem brutalen Egoismus und arbeiten mit selbstbewusster, schonungsloser Reklame. (...) Dass diese Leute durch ihre große Niederlage in Frankreich die ganze Grundlage des gemeinsamen Krieges zuschanden gemacht haben, (...) scheinen diese Herren vergessen zu haben", echauffierte sich Österreichs Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf bereits im Februar 1915.

mehr aus 100 Jahre 1. Weltkrieg

Vor 100 Jahren: Angriff auf die Villa Ruston in Gmunden

Nicht verfeindet, aber doch Kriegsgegner

Österreich, ungewollt im Zweifronten-Krieg

Italien zeigt Österreich die kalte Schulter

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare
0  Kommentare
Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Aktuelle Meldungen