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Musical "Cats": Katzen fühlen sich wohl in Wien

Von Ludwig Heinrich   10. Februar 2012 00:04 Uhr

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Bild 1/13 Bildergalerie: Musical "Cats" zurück in Wien

Die Katzen sind wieder unterwegs. „Cats“, mit mehr als 65 Millionen Besuchern das beliebteste Musical überhaupt, hat als Gastspielproduktion seine Zelte in Wien/St. Marx aufgeschlagen.

Die Erfolgsgeschichte begann mit einer Begegnung des Komponisten Andrew Lloyd Webber mit Regisseur Trevor Nunn, dem Chef der Royal Shakespeare Company, in einem Londoner Pub. Die beiden tranken und plauderten, plötzlich hatte man ein gemeinsames Thema, nämlich T.S. Eliot und sein „Old Possum’s Book Of Practical Cats“. Wäre doch reizvoll, das zu vertonen. Die ersten Ideen wurden auf einer Zigarettenschachtel festgehalten. Was meist das Ende für Gedankenblitze bedeutet.

Hier war es jedoch wirklich der Anfang. Lloyd Webber und Nunn trafen sich öfter, das Musical nahm Gestalt an. Wird heute einer der beiden gefragt, wer nun die Uridee hatte, lautet die Antwort immer: „Er.“ Die Wahrheit wird man nie erfahren …

Für die Choreografie holten die beiden die bekannte Tänzerin Gillian Lynne, ihr Einfluss auf die Produktion war wesentlich. Die Welturaufführung fand am 11. Mai 1981 am New London Theatre statt. „Cats“ lief dort genau 21 Jahre lang, erreichte die unglaubliche Zahl von 8950 Vorstellungen. Die Zentralfigur der Grizabella sollte ursprünglich von Judi Dench verkörpert werden. Die musste wegen Krankheit absagen. Elaine Paige erhielt die große Chance und nützte sie, machte den Song „Memory“ zum Welthit. „Memory“ wurde in der Folge von mehr als 150 Sängern interpretiert, unter ihnen Barbra Streisand, Celine Dion, Barry Manilow und José Carreras.

An den Broadway kam das Musical am 7. Oktober 1982, die deutschsprachige Uraufführung im Theater an der Wien erfolgte schon am 24. September 1983. Der frischgebackene Intendant Peter Weck ging das Risiko ein, „Cats“ auf seiner Guckkastenbühne zu spielen – und gewann. Auch in Wien purzelten die Rekorde.

Große Begeisterung

Weck, heute Schirmherr der Gastspielproduktion, über das damalige Erlebnis: „Eine Form, die vom Kind bis zur Großmutter alle begeisterte. Optisch war man gefangen. Die Geschichte berührt noch heute jeden. Das ist einfach phänomenal. ‚Cats‘ hat die Qualität eines Bazillus, der ausbricht. So war es damals auch bei uns. Es wurde ein Muss, die Show gesehen zu haben. Ganze Kongresse wurden deshalb verschoben. Die Schlangen an der Kasse zogen sich auch im Winter um den ganzen Häuserblock.“

Die Wirkung auf die Zuschauer hat offensichtlich nicht nachgelassen. Als das jetzige Gastspiel in Wien – gespielt wird auf einer Rundbühne in einem eigens konstruierten Theaterzelt – publik wurde, setzte sofort ein vehementer Run auf die Tickets ein. „Damals im November“, so Promotor Mario Reiner, „fragte jemand an, ob er für seinen Freundeskreis für eine Vorstellung im März 20 Tickets nebeneinander haben konnte. Unmöglich! Inzwischen haben wir bereits vier Mal verlängert, vorderhand bis 28. Mai, eine weitere Verlängerung ist in Sicht. Über 100.000 Karten sind verkauft, bis April gibt es pro Person kaum mehr als zwei Tickets.“

Um die Qualität der Produktion zu halten, wurde in aller Welt gecastet. „So viele Leute, die perfekt singen, tanzen und spielen können, gibt es in einem einzigen Land nicht“, erklärt Stage Manager Juan Escandrell, ein Spanier, „unser Team setzt sich aus Engländern, Deutschen, Holländern, Schweizern, Amerikanern, Brasilianern, Südafrikanern und einer Österreicherin zusammen, der musikalische Leiter kommt aus Israel.“

Einzige Österreicherin

Die einzige Österreicherin ist Birgit Breinschmid aus Baden bei Wien. Birgit über Birgit: „Ich wollte schon immer auf die Bühne, das begann bereits in der Schule, wo ich mit 14 den Blechmann im ‚Hexer von Oz‘ gespielt hatte. Mit 20 landete ich am Konservatorium der Stadt Wien, gewann dort ein Ausbildungs-Stipendium. In der Folge wirkte ich im Ensemble des Stadttheaters in Baden mit, und bei Alfons Haider in Stockerau im Musical ‚Victor/Victoria‘. In ‚Cats‘ erhielt ich nun meine erste ‚echte‘ Rolle.“

Wie? „Eigentlich ganz einfach. In Köln und Düsseldorf waren Castings angesagt, ich fuhr einfach hin, trat gegen eine Konkurrenz von rund 1000 Mitbewerbern an – und wurde engagiert.“

Stage Manager Escandrell: „Die Anforderungen an die Bewerber sind hoch. Die Mitwirkung in ‚Cats‘ bedeutet Hochleistungssport. Jenen, die es geschafft haben, sagen wir: ‚Gratulation, dass ihr dabei seid. Und ab sofort tut ihr uns Leid!‘ Es gab keinen, der nicht nach drei Tagen einen schweren Muskelkater hatte. Und, obwohl wir alles tun, um das zu vermeiden: Noch bei keiner Produktion gab es so viele Verletzte.“

Jede „Katze“ braucht zwei Stunden zum Schminken, hinter der Bühne stehen rund 40 dienstbare Geister bereit, um ihnen das Leben so einfach wie möglich zu machen. „Von Anfang an machen wir unseren Darstellern klar, dass sie jetzt Katzen sind, und dass das Publikum beim Eintritt ins Zelt eine Katzenwelt betritt, die es nur mit Erlaubnis der Katzen betreten darf.“

Für die Zuschauer wird die Version im Zelt ein besonderes Erlebnis, denn: „Kein Sitz ist weiter als 20 Meter von der Bühne entfernt.“ Insgesamt 90 Kostüme sind zu besichtigen, und das Geschehen wird von 80 beweglichen Scheinwerfern ausgeleuchtet.

Musical
bis 28. Mai im Theaterzelt in Neu-Marx in Wien
Karten: OÖN-Tickethotline 0732 / 7805 805
Infos: www.cats.de

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