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Wie aus der Farbe Gelb ein Radio geworden ist

Von Helmut Atteneder, 01. April 2023, 04:30 Uhr
Wie aus der Farbe Gelb ein Radio geworden ist
Steffi Speer und Christian Zöttl moderieren die Morgenshow bei Life Radio. Bild: Life Radio/Wimmer

Heute vor 25 Jahren ging mit "Life Radio" der erste oberösterreichische Privatradiosender on air.

Es ist der 1. April 1998, 4:57 Uhr. Die letzten Takte von Alannah Myles’ "Black Velvet" klingen gerade aus. Josef Alexander Winklmayr betätigt einen Knopf und spricht ins Mikrofon: "Herzlich willkommen beim neuen Life Radio, dem ersten landesweiten Privatradio für alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Freut mich riesig, dass ich der Erste bin, der hier live zu hören ist." Winklmayr ist mit dem Geläut von drei Weckern in diesen Tag gestartet, weil beim ersten moderierten Format des ersten oberösterreichischen Privatradios Verschlafen einem medialen Super-GAU entsprochen hätte. "Ich habe die Nächte davor kaum geschlafen, aber als ich dann auf den Knopf gedrückt habe, dachte ich mir: Pfeif dir was! Es war ein Moment, den du nie vergisst", sagt Winklmayr, der als Musikchef heute immer noch beim Sender, dessen äußerliches Markenzeichen die Farbe Gelb ist, arbeitet.

Der 48-jährige Linzer erinnert sich an prominente Studiogäste seiner Moderation, der damalige Landeshauptmann Josef Pühringer und der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch waren Augen- und Ohrenzeugen.

Albanien, China, Österreich

Dem Senderstart waren lange politische Verhandlungen vorangegangen. Der ORF hatte damals die absolute Sendehoheit, ehe Mitte der 1990er-Jahre rund um den EU-Beitritt Österreichs das Regionalradiogesetz auch den Betrieb von privaten Radiosendern ermöglichte.

"Damals war – bis auf Albanien, China und Österreich – überall auf der Welt privater Rundfunk bereits etabliert", sagt Christian Stögmüller. Auch er ist als Geschäftsführer ein Mann der ersten Stunde bei Life Radio, das von seinem neu adaptierten Studio im zweiten Stock der "Linzerie" im Zentrum der Landeshauptstadt täglich rund 200.000 Menschen in Oberösterreich und Teilen von Niederösterreich und Salzburg erreicht. Nachrichten immer fünf Minuten vor der vollen Stunde, regionale Verkehrsmeldungen, Wetter, Gewinnspiele und Musik aus der Epoche zwischen 1980 und 2010 sowie aktuelle Hits gehören zu den fixen Einheiten des von Lichtenberg gesendeten Programms.

Nicht ins Gras gebissen

Die einstige Garagen-Aufbruchstimmung ist hier bei den rund 45 Mitarbeitern immer noch zu spüren. Fast die Hälfte der Mannschaft aus der Gründungszeit ist noch dabei, etwa Programmchef Matthias Dietinger.

Wie aus der Farbe Gelb ein Radio geworden ist
Moderator der allerersten Stunde: Josef Alexander Winklmayr am 1. April 1998 Bild: Baier

Josef Alexander Winklmayr widmet sich wieder seiner Arbeit, der Musikmischung für den nächsten Tag. Der erste Song nach seiner Feuertaufe als Moderator am 1. April 1998 war übrigens "Another One Bites the Dust" von Queen. Die Übersetzung – "noch einer, der ins Gras beißt" – passt so gar nicht zur Erfolgsgeschichte des Senders.

4 Fragen an … Christian Stögmüller

Geschäftsführer Life Radio

1. Herr Stögmüller, in welchem medialen Umfeld haben
private Radiosender vor 25 Jahren ihren Betrieb aufgenommen?

Damals war – bis auf Albanien, China und Österreich – überall auf der Welt privater Rundfunk bereits etabliert. Es haben 1998 viele kleine Sender begonnen, die es letztlich nicht geschafft haben. Uns ist es gelungen, einen sehr guten Start hinzulegen. In der Startphase war es wichtig, Rahmenbedingungen aufzubauen. Es gab ja nur den ORF und sonst nichts. Heute ist der Privatradiomarkt in Österreich mit rund 20 Sendern sehr gut strukturiert.

Christian Stögmüller, Geschäftsführer Life Radio
Christian Stögmüller, Geschäftsführer Life Radio

2. Auf der anderen Seite ist aber noch immer das ORF-Radio ein übermächtiger Gegner.

Der monetär fast uferlos ausgestattet ist. Wir haben damit zu leben gelernt.

3. Das Medienverhalten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verändert.

Natürlich auch beim Radio. Heute kauft niemand mehr eine Stereoanlage oder ein reines Radio. Wir sind per App auf Smartphones und natürlich auf allen Social-Media-Kanälen vertreten, bieten Podcasts an. Wir haben auch von der BBC den Radioplayer nach Österreich geholt. Streamingangebote haben uns nicht substituiert, das hat unsere Branche eher beflügelt. Künftig wird uns auch das Thema künstliche Intelligenz beschäftigen. Das gibt uns die Möglichkeit, mehr Angebote zu generieren, etwa moderierte Streams.

4. Was ist von der Garagen-Gründerstimmung geblieben?

Die Emotionalität von Musik. Geh in ein Lokal, steh unter der Dusche, sitz in der Skihütte: Mit Musik kommst du in eine andere Stimmung und das wird immer so bleiben.

Life Radio in Zahlen

  • 45 Mitarbeiter
  • 9131 Tage auf Sendung
  • 200.000 Hörer täglich
  • 3,24 Millionen abgespielte Musikbeiträge seit 1998
  • Rund 1 Million getrunkene Tassen Kaffee in 25 Jahren
  • Mehr als 2 Millionen gesendete Werbespots seit 1998
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Autor
Helmut Atteneder
Redakteur Kultur
Helmut Atteneder
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2  Kommentare
2  Kommentare
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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.993 Kommentare)
am 01.04.2023 11:13

Komisch, keiner mag die "blaue (News) Seite" des ORF, nur beim LifeRadio und auch bei den Bildern aus der OÖN-Redaktion ist sie stets prominent auf den Monitoren zu sehen...

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Stahlstadtkind (768 Kommentare)
am 01.04.2023 09:50

Alle Privatradios machen Ö3 nach.

Eher langweilige Musik, Wette und Lutz-Werbung.
Nur die Reihenfolge ist anders.

Braucht in Wahrheit keiner.

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