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Bruckners 200. Geburtstag strahlt bei den Linzer Tanztagen bis nach Brasilien

Von Karin Schütze, 14. April 2024, 18:00 Uhr
"The Eight" zu den Klängen von Anton Bruckner: Die Sao Paulo Dance Company war mit der Uraufführung eines Auftragswerks in Linz zu erleben. Bild: Foto: Günther Gröger

Die Sao Paulo Dance Company war am Freitag und Samstag im Linzer Posthof und verneigte sich mit der Uraufführung "The Eight" vor dem Jubilar aus Ansfelden

Kraftvolle Bläserklänge aus Anton Bruckners "Achter" erfüllen den Großen Saal im Posthof. Sie treffen auf die anmutige Eleganz von sechs Tanzpaaren auf der Bühne: Bis ins ferne Brasilien strahlt der 200. Geburtstag des Ansfeldener Komponisten aus. Mit "The Eight" hob die Sao Paulo Dance Company am Freitag – als Auftragswerk – das Finale aus Bruckners "Achter" bei den Tanztagen aus der Taufe.

"Beharrlichkeit und Transzendenz"

"Beharrlichkeit und Transzendenz" höre er in der Musik, sagte der US-amerikanische Meisterchoreograf Stephen Shropshire im Interview vorab den OÖN: "Eigenschaften, die für mich auch die Wege des kreativen Prozesses widerspiegeln." 

Rastlos getrieben wirken auch jene sechs Paare, die einander auf der Bühne in immer neuen fließenden Variationen umkreisen, in Hebungen nach Höherem zu streben scheinen.

Bis sie mit einem Mal resignierend innehalten. Kopfschütteln. Ein Paar verlässt die Bühne, die verbleibenden fünf tanzen weiter. Eine Szene, die sich mehrmals wiederholt, bis nur noch ein Paar, nach Atem ringend, übrig bleibt: aufgeben oder weitermachen?

Diese Frage mag sich auch Bruckner nicht nur einmal gestellt haben – er hat sich stets für Letzteres entschieden. Nach und nach finden die Paare zurück auf die Bühne und neuen Mut – Tanz als ewiges Ringen um Harmonie?

So leicht und weich

Bei aller Präzision und Eleganz in "The Eight" – was die Sao Paulo Dance Company so unverwechselbar macht, war fast mehr in den beiden vorangehenden Stücken zu erleben: So weich und geschmeidig kann klassische Tanzkunst anmuten, die diesmal bei aller Perfektion immer einen Hauch der schwingenden Hüften beim Karneval von Rio atmete.

Besonders im Eröffnungsstück: "Umbó" der brasilianischen Choreografin Leilane Teles, die vom "Wunsch, derjenige zu werden, dem man nacheifert" erzählt. Und vom "Akt des Inspiriert-Werdens, der ebenfalls Inspiration erzeugt und einen endlosen Kreislauf entstehen lässt", verrät die Homepage der Company. Nicht alles lässt sich nachvollziehen. Doch die Bilder der wie Dominosteine aufeinander reagierenden Tänzer, als wären sie ein großes Ganzes, zur samtigen Stimme Tiganá Santanas aus Brasilien sind ein sinnliches Ereignis für sich.

Das Ticken einer Uhr stimmte auf das folgende Stück "Agora" (übersetzt: Jetzt) von Cassi Abranches ein. Bereits 2018 begeisterte die Brasilianerin mit einer ihrer Arbeiten beim Gastspiel der Sao Paolo Dance Company im Posthof.

Diesmal spürte sie den Facetten von Zeit nach, in einem Spiel mit Tempo und Richtungen: Langsame Bewegungen wie in Zeitlupe wechseln mit vorwärts getriebenen. Manchmal gehen die Tänzer rückwärts – wie in Erinnerung an Vergangenes. Einmal wird ein Paar in der Mitte von einer Tänzerin im Uhrzeigersinn umkreist.

Der Fluss der Zeit reißt letztlich alle mit, immer pulsierender und energetischer wird ihr Tanz, mit Hebungen und kraftvollen Sprüngen. Bis die Uhr wieder tickt: Tanze leidenschaftlich, lebe jetzt – mahnt die Vergänglichkeit.

Fazit: Ein fulminanter Tanzabend, der einen Hauch Karneval in den Linzer Posthof brachte.

Mehr  Tanztage im Posthof: 

17. 4.: CieLAROQUE (Österreich): Die 1995 gegründete Salzburger Kompanie lädt zu "Rhythmus und Rausch", wobei das auf der Bühne sitzende Publikum umtanzt wird.

24. 4.: Rocio Molina: Mit der Spanierin sei die "beste Protagonistin des Flamenco" zu Gast in Linz, freut sich Posthof-Chef Wilfried Steiner auf "ihren kompromisslosen Mut und ihre atemberaubende Technik" bei der Österreich-Premiere.

Infos, Karten:
0732 / 78 18 00, www.posthof.at

 

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Autorin
Karin Schütze
Redakteurin Kultur
Karin Schütze
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1  Kommentar
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georg11 (17 Kommentare)
am 15.04.2024 13:00

Die getanzte Achte war für mich enttäuschend. Die Choreografie wirkte wie eine Standardchoreografie, die man überall dazutanzen kann, egal welche Musik. Es wurde auf den musikalischen Inhalt überhaupt nicht Rücksicht genommen. Egal ob lieblich leise oder betörend laut, immer der gleiche Tanz. Und das Gestöhne und das Ausscheiden einzelner Paare, bis nur mehr ein Paar überblieb erinnerte mich stark an irgendwelche Fernsehformate. Wer nicht mehr kann muss raus.
Wenn ich einige Jahre zurückdenke da wurde in St. Florian Bruckners Zweite im Marmorsaal in der Version für 2 Klaviere getanzt und zwar von Studierenden der Bruckneruni in Linz. Nicht nur ein Satz, die ganze Symphonie. Da bildete die Choreografie und die Musik eine Einheit. Das war toll. Der Abend im Posthof nicht.
Dass die Tänzer und Tänzerinnen es auch anders können, zeigten die beiden Teile vor der Pause. Schade.

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