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Das Rotkäppchen und der vergessliche Wolf

Von Claudia Riedler, 25. Februar 2014, 00:04 Uhr
Das Rotkäppchen und der vergessliche Wolf
Sabine Falk spielt mit dem dementen Wolf. Bild: privat

Puppenspieler zeigen in Wels ihre Kunst.

Jedes Kind kennt den Kasperl, aber das Puppentheater fasziniert auch Erwachsene. So wie Sabine Falk, die aus ihrer Leidenschaft einen Beruf macht. Die 41-jährige Altenbergerin ist eine jener elf Künstlerinnen und Künstler, die derzeit die Basisausbildung Figurentheater der "IMAGO-Szene Wels" abschließen. Bei einer Werkschau beim Figurentheater-Festival in Wels präsentieren sie ihre Abschlussarbeiten.

In drei Jahren haben die angehenden Puppentheaterspieler viel gelernt – von den verschiedenen Puppenarten über unterschiedliche Spielweisen bis hin zum Bau einer Figur. "Es gibt Handpuppen, Klappmaulfiguren, Marionetten und Schattentheater – das Puppentheater ist vielfältig", erklärt Sabine Falk, die auch eine Ausbildung in ganzheitlicher Kunsttherapie hat. Sie spielt ihr Abschluss-Stück in offener Spielweise. Es ist ein Auftragswerk der Caritas, in dem sie sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen sollte.

Wenn der Wolf dement wird

Daraus wurde "Wer bist denn du?" – ein märchenhaftes Stück über das Rotkäppchen und den bösen Wolf. Die beiden treffen einander nach vielen Jahren wieder, allerdings ist der Wolf dement und kann sich an das Rotkäppchen nicht mehr erinnern. "Es ist ein lustiges Stück, die Zuschauer sollen lachen. Dennoch mache ich mich nicht über die Krankheit lustig", sagt die Altenbergerin. Sie stelle die Demenz dar, wie sie eben sei. "Da gibt es auch traurige Momente."

Die Zielgruppe für ihr außergewöhnliches "Rotkäppchen" sind pflegende Angehörige, aber auch alle anderen, die sich mit dem Thema Demenz beschäftigen. "Wenn Angehörige lachen können, sehen sie die Beziehung zu den Patienten vielleicht mit anderen Augen", sagt Falk, die auch Impro-Theater spielt. Die Reaktionen auf ihr Stück seien durchwegs positiv, viele mussten lachen oder waren berührt. "Von einer Puppe kann man auch ein ernstes Thema leichter annehmen", sagt Falk. Eine Puppe dürfe eben alles. Das beweist auch der bekannte Puppenspieler Michael Hatzius mit seiner zynisch-satirischen "Echse". Er moderiert den Abend der Absolventen im Stadttheater Wels.

 

Festival in Wels

Von 6. bis 12. März findet das 23. internationale Welser Figurentheater Festival statt. www.figurentheater-wels.at

Am 9. März um 10.30 Uhr und um 19.30 Uhr zeigen die Absolventen der Figurentheater-Ausbildung ihre Abschlussarbeiten im Stadttheater Wels.

Sabine Falk zeigt ihr Stück „Wer bist denn du?“ auch heute, 19.30 Uhr, Festsaal Kloster der Elisabethinen, Linz. Danach gibt es einen Vortrag zum „Erinnern und Vergessen“ von Margit Hauft.

 

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1  Kommentar
1  Kommentar
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( Kommentare)
am 05.03.2014 10:17

Großartig, dieses Konzept mit einem vergesslichen Wolf.

Es gibt ja die Tragödie als eine Methode Anspannungen ausreichend zu entladen - und der Wolf könnte passend mitspielen. Dann gibt es aber die andere Methode schwer zu konfrontierenden Situationen das Unangenehme zu nehmen - und der Umgang mit dem vergesslichen Wolf hilft die Aufmerksamkeit über Lachen wiederum zu lockern, sodass Menschen mit dieser Befindlichkeit nicht weiterhin unerträglich stigmatisiert werden.

Großartig, sich diesem heiklen Thema über Puppenspiel zu nähern und sich den Betroffen und deren Angehörigen zu widmen - dies ist sicher heilsam und schöpferisch aktivierend,

Harald FRITZ-IPSMILLER, ganzheitliche Kunsttherapie

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