Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Dänische Ministerpräsidentin auf offener Straße angegriffen

Von nachrichten.at/apa, 08. Juni 2024, 07:46 Uhr
DENMARK-POLITICS-CONSTITUTION
Ein Mann soll Mette Frederiksen hart gegen die Schulter gestoßen haben, sodass sie zur Seite gefallen sei. Bild: MADS CLAUS RASMUSSEN (APA/AFP/Ritzau Scanpix/MADS CLAUS RASMUSSEN)

KOPENHAGEN. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist am Freitag im Zentrum Kopenhagens von einem Mann angegriffen und geschlagen worden.

Sie stehe unter Schock, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Polizei und das Büro der Ministerpräsidentin. Es war unklar, ob die Sozialdemokratin verletzt wurde. Der Mann wurde nach dem Vorfall festgenommen. Der Angriff ereignete sich auf dem Kultorvet-Platz (Kohlmarkt).

Die Polizei teilte auf der Social-Media-Plattform X mit, dass sie einen Mann verhaftet habe und den Vorfall untersuche. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass Frederiksen ohne äußere Verletzungen davongekommen sein dürfte.

Hart gegen Schulter gestoßen

Zwei Zeuginnen sagten der Zeitung "BT", sie hätten Frederiksen um kurz vor 18 Uhr auf den Platz kommen sehen, als sie in der Nähe gesessen hätten. Ein Mann sei aus der entgegengesetzten Richtung gekommen und habe sie hart gegen die Schulter gestoßen, sodass sie zur Seite gefallen sei. Es sei ein starker Stoß gewesen, Frederiksen sei jedoch nicht zu Boden gegangen. Anschließend habe sich die dänische Regierungschefin in einem nahe gelegenen Café hingesetzt, sagten die Zeuginnen weiter. Der Mann habe versucht, wegzurennen. Er sei aber nicht weit gekommen, bevor Männer in Anzügen ihn gepackt und zu Boden gestoßen hätten.

Der dänische Umweltminister Magnus Heunicke sagte auf X: "Mette ist natürlich schockiert über den Anschlag. Ich muss sagen, dass es alle von uns, die ihr nahe stehen, erschüttert." Die Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, nannte die Nachricht von dem Vorfall "schrecklich". "Dass ein Regierungschef zwei Tage vor einer Wahl angegriffen wird, ist ein Angriff auf unsere offene und freie Gesellschaft", schrieb sie auf X in Anspielung auf die EU-Wahl.

Der Angriff ereignete sich am Kultorvet-Platz (Kohlmarkt):

"Feiger Akt der Aggression"

EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte den "feigen Akt der Aggression" in einer Erklärung auf X. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer "verabscheuungswürdigen" Tat, die allem widerspreche, "woran wir glauben und wofür wir in Europa kämpfen". EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola unterdessen sprach von einem "empörenden" Angriff und betonte, Gewalt habe keinen Platz in der Politik. Auch die europäischen Sozialdemokraten äußerten sich schockiert. "Gewaltakte sind immer ein Angriff auf die Demokratie. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen", teilte die S&D-Fraktion auf X mit.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) betonte, der Angriff auf Frederiksen sei auf das Schärfste zu verurteilen. "Gewalt gefährdet die Demokratie!" Die Angriffe gegen Wahlhelfer und Politiker in den letzten Wochen seien auch Angriffe auf die freie Gesellschaft und eine Folge zunehmender Radikalisierung. "Wir müssen gegen diese Gewalt aufstehen und uns wehren - mit klarer Haltung und starker Stimme für Demokratie, Freiheit, ein friedliches Zusammenleben und gegen Hass und Gewalt", erklärte der Kanzler auf X.

Der Überfall ereignete sich zwei Tage vor den EU-Wahlen in Dänemark. Vor drei Wochen wurde der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bei einem Schussattentat schwer verletzt. Auch in Deutschland gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Angriffe auf Politikerinnen und Politiker.

mehr aus Außenpolitik

EU-Staaten einigen sich auf neue Sanktionen gegen Russland

„Das sind Luftschlösser, für die wir weder die Finanzen noch die Zeit haben“

Wo der Bau neuer Reaktoren spießt

Putin bei Kim Jong-un: Tausche Luxuswagen gegen Präsidentenbüste

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

Aktuelle Meldungen