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Mildes Urteil: 14-Jähriger soll Bekannte vergewaltigt haben

Von nachrichten.at/apa, 28. November 2022, 11:55 Uhr
(Symbolbild) Bild: Daniel Scharinger

WIEN. Mit einem milden Urteil ist am Montag in Wien ein Prozess um eine Vergewaltigung einer 13-Jährigen zu Ende gegangen.

Ein zum Tatzeitpunkt gerade mal 14-Jähriger hat seine Bekannte brutal zu sexuellen Handlungen gezwungen, indem er ihr Schläge androhte. Der Bursche und sein noch minderjähriger Freund fielen am 13. Mai vergangenen Jahres über die 13-Jährige her. Der mittlerweile 15-Jährige kam mit einer teilbedingten Haftstrafe davon. Der Bursche wurde erst zwei Wochen vor dem Übergriff 14 Jahre alt und somit strafmündig. Sein Freund konnte nicht zur Anklage gebracht werden, weil er zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt war. Er erschien am Montag auch nicht vor Gericht, wo er eigentlich als Zeuge geladen war. Er blieb dem Prozess unentschuldigt fern.

Der 15-Jährige wollte vor dem Schöffengericht keine Angaben machen, die Tat wurde aber von den beiden mitgefilmt. Der Schüler einer Mittelschule bekannte sich teilweise schuldig, es soll aber nicht zu drei, sondern zu zwei Übergriffen gekommen sein. Für die kontradiktorische Aussage des Mädchens, das sich seit der Attacke in psychotherapeutischen Behandlung befinden, wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Der Angeklagte erhielt wegen Vergewaltigung - wo sich der Strafrahmen auf bis zu fünf Jahre beläuft - neun Monate bedingte Haft, davon muss er nur einen Monat im Gefängnis absitzen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Zudem muss der Schüler Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und die Psychotherapie, die er seit zwei Jahren in einer Männerberatung absolviert, fortführen.

Erst Mitte November hat der Missbrauch von zwei in einer betreuten Wohneinrichtung des Wiener Jugendamtes (MA11) unterbrachten Mädchen für Aufsehen gesorgt. Die Elf- und 14-Jährige waren zu zwei Burschen in eine Wohnung gegangen, um Drogen zu kaufen, wobei die Elfjährige vergewaltigt und die 14-Jährige in ihrer sexuellen Selbstbestimmung verletzt wurde.

Gerade läuft die Sensibilisierungskampagne "16 Tage gegen Gewalt" mit zahlreichen Forderungen nach besserem Opferschutz. Vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember werden weltweit bekannte Gebäude mit orangem Licht bestrahlt, um das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren.

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