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Madenbefall - Mann starb an Herz-Kreislaufversagen

28. Juli 2010, 19:26 Uhr
Bild: reuters

WIEN. Der bettlägerige Mann, der in Wien-Brigittenau am lebendigen Leib von Fliegenmaden zerfressen worden ist, ist nach einer ersten Obduktion an Herz-Kreislaufversagen gestorben.

Dass die Maden auch in die Lunge von Peter G. eingedrungen sind und somit den Tod mitverursachten, konnte die Polizei am Mittwochabend nicht bestätigen. „Es wird aber noch weitere Untersuchungen geben“, sagte Sprecherin Iris Seper. Die Freundin des 61-Jährigen wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Ihr droht eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung.

Überforderte Lebensgefährtin

Die Freundin des Mannes hat gegen 14.50 Uhr den Rettungsdienst in den Otto-Haas-Hof in der Winarskystraße geholt, weil ihr 61-jähriger Freund unter akuter Atemnot litt. Der Mann hatte vor Jahren einen Schlaganfall erlitten und war halbseitig gelähmt. Er wurde seitdem von Astrid Sch. gepflegt. Die Frau wurde festgenommen.

Bei ihrer Befragung gab die Frau an, dass sie mit der Betreuung des Mannes nicht zurecht gekommen ist. Der 61-Jährige hätte zuletzt verweigert, sich pflegen zu lassen und habe unter starken Stimmungsschwankungen gelitten. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Lebensgefährtin psychische Probleme haben könnte. Dafür spricht unter anderen, dass die Wohnung in einem extrem verwahrlosten Zustand war. Hinweise auf Alkoholismus oder Drogensucht gab es hingegen keine. Sch. wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.

Der 61-Jährige und die 34-Jährige waren seit 15 Jahren ein Paar. Vor fünf Jahren hatte der Mann einen Schlaganfall erlitten und war seitdem bettlägerig.

Bei Eintreffen der Rettung war der Rücken des 61-Jährigen von den Fliegenmaden regelrecht zerfressen. Seine Freundin hatte bis zum Schluss neben ihm in dem von Maden befallenen Bett geschlafen. Die Sanitäter holten aufgrund der üblen Zustände der Wohnung auch die Polizei. Peter G. wurde im Rettungswagen versorgt, starb jedoch wenig später.

"Er hat schlecht ausgesehen"

Der Sohn des 61-Jährigen - er trägt den gleichen Namen wie sein Vater - hatte das Paar vor einer Woche das letzte Mal besucht und den schlechten Zustand seines Vaters bemerkt. „Er hat schlecht ausgesehen“, sagte er. Der Sohn habe auch die chaotische Situation in der Wohnung bemerkt und gemeint, dass „es so nicht weitergeht“. Er habe seinem Vater und seiner 34-jährigen Freundin angeboten, eine Heimhilfe zu besorgen, doch die beiden lehnten ab.

Von dem Madenbefall seines Vaters habe er bei seinem letzten Besuch nichts bemerkt. Wenn er ihn besuchte, sei dieser zugedeckt gewesen. „Ich habe nichts gesehen“, so der Sohn. Laut dem Grazer Gerichtsmediziner Peter Leinzinger waren die Tiere nicht schuld am Tod des Pensionisten: „Daran stirbt man nicht.“

Der Sohn habe gehofft, dass sich die 34-Jährige um die Pflege des 61-Jährigen kümmert. „Das hat sie die vergangenen sechs Jahre ja auch getan.“ Das Paar war laut Polizei seit über zehn Jahren zusammen. Die Frau war kurze Zeit Angestellte. Nachdem sie den heute 61-Jährigen kennengelernt hat, hat sie sich nur noch um den Haushalt gekümmert.

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