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Innenpolitik

Fake News verbreiten sich so schnell wie das Coronavirus

28. März 2020 00:04 Uhr

Fake News verbreiten sich so schnell wie das Coronavirus

WIEN. Rund 150 "Fake News" über das Coronavirus hat der digitale Krisenstab im Bundeskanzleramt bisher aufgespürt – alle sind gefordert, Falschmeldungen in digitalen Netzwerken zu widerlegen.

Seit 19. März arbeitet der digitale Krisenstab im Bundeskanzleramt, zehn Polizeischüler wurden zusätzlich dafür abgestellt. Er kümmert sich zum einen um die "digitale Schiene" der gemeinsamen Informationskampagne von Bundesregierung und Rotem Kreuz. Zum anderen hat der digitale Krisenstab einen klaren Fokus: das Aufspüren und Richtigstellen von Falschinformationen rund um das Coronavirus, die vor allem in digitalen Netzwerken kursieren. Auch ein "Aufdecker-Netzwerk" gemeinsam mit Medien, um Falschinformationen rasch zu erkennen und darüber zu informieren, wurde installiert. "Hauptgruppen" von Fake News haben sich, so die Erkenntnis des Krisenstabs, herauskristallisiert: Verschwörungstheorien, Verharmlosung der Gefahr, unsachliche "Behandlungstipps", die auch gefährlich sein können, und Falschmeldungen über Regierungsmaßnahmen. Um auch Personen mit mangelnden Deutschkenntnissen vor Falschinformationen zu schützen, startete Integrationsministerin Susanne Raab (VP) eine Info-Kampagne in 16 Sprachen. Auf der Web-Seite des Integrationsfonds werden die häufigsten kursierenden "Mythen" über das Coronavirus richtiggestellt. Wir bringen eine Auswahl.

Coronavirus: Gerüchte und Mythen 

  • Nur ältere können sich mit dem Virus anstecken

Richtig ist …

Menschen jeden Alters können sich infizieren. Ältere und jene mit Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes und Herzerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf. Die Weltgesundheitsorganisation rät aber Menschen aller Altersgruppen, sich mit Hygiene vor dem Virus zu schützen.

 

  • Alkohol am Körper tötet das Virus ab

Richtig ist …

Wenn Sie Ihren Körper mit Alkohol einsprühen, töten Sie keine Viren ab, die bereits in den Körper eingedrungen sind. Zudem kann das Versprühen schädlich für Schleimhäute und Kleidung sein. Alkohol kann nützlich sein, um Oberflächen zu desinfizieren, beachten Sie aber die Angaben des Herstellers.

 

  • Antibiotika wirken gegen das Coronavirus

Richtig ist …

Antibiotika wirken nicht gegen Viren, sondern nur gegen Bakterien. Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein Virus, daher sollte man keine Antibiotika zur Vorbeugung einnehmen. Wird man aber aufgrund von Covid-19 ins Spital eingeliefert, erhält man möglicherweise Antibiotika gegen eine bakterielle Koinfektion.

 

  • Impfung gegen Lungenentzündung schützt

Richtig ist ...

Impfstoffe gegen Lungenentzündung, wie zum Beispiel bei Pneumokokken oder Haemophilus influenzae Typ b (Hib), bieten keinen Schutz gegen das Coronavirus. Das Virus ist so neu und anders, dass es einen eigenen Impfstoff benötigt. Forscher versuchen zusammen mit der WHO, einen Impfstoff zu entwickeln.

 

  • Die Beschränkung des Ausgangs bringt nichts

Richtig ist ...

Das Minimieren von sozialen Kontakten trägt ganz wesentlich zu einer Reduktion der Infektionsrate bei und verhindert eine Überlastung des Gesundheitssystems. Denn bei einer stark wachsenden Zahl an Erkrankten innerhalb kurzer Zeit kann es passieren, dass die Kapazitäten der Gesundheitsversorgung nicht mehr ausreichen.

 

  • Asylansturm soll verschleiert werden

Richtig ist ...

Es gibt nun de facto einen Einreisestopp. Die Zahl der Asylanträge ist die niedrigste seit Jahren, laut Innenministerium sind es zwölf pro Tag. Leere Asylquartiere des Bundes werden nur deshalb zum Teil wieder „hochgefahren“, um bei Ansteckungsfällen in anderen Quartieren Ausweichmöglichkeiten zu haben.

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