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Zum Geburtstag kann Steyr sein rot-weißes Herz zeigen

Von Stefan Minichberger und Gerald Winterleitner   12.April 2019

Zum Geburtstag kann Steyr sein rot-weißes Herz zeigen
Unter Trainer Edi Glieder gelang dem SK Vorwärts der Landesmeistertitel und die Rückkehr in die Regionalliga.

Neues Jahrtausend, neues Glück: Nach dem finanziellen Zusammenbruch musste der SK Vorwärts in der 2. Klasse Ost – also ganz unten – neu beginnen. Der Jugendbetrieb war von Heinz Zeilhofer mit einigen Helfern am Union-Platz weitergeführt worden.

Am 17. Juli 2000 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Christian Köck wurde Präsident. Einer der maßgeblichen Motoren für "Vorwärts neu" war der viel zu früh verstorbene Fritz Gergelyfi, der als Schriftführer fungierte. Auch andere Vorwärts-Legenden wie Otto Eigenstiller, Helmut Medizevec und Reini Rieder mischten mit. Ziel war es, den Verein ohne Schulden zurück in die Landesliga zu führen.

Das erste Spiel nach dem Neubeginn bestritt Vorwärts am 19. August 2001 auf der aus allen Nähten platzenden Anlage in Kleinreifling. Die beherzt kämpfenden Ennstaler rangen den überheblich auftretenden Steyrern ein 2:2 ab. Zum ersten Heimspiel eine Woche später gegen Maria Neustift kamen 1500 Zuschauer. Es endete mit einem ernüchternden 1:3. Dennoch schafften es die Rot-Weißen stetig nach oben. Zum Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga kamen 2005 gegen St. Valentin 4500 Fans ins Stadion. 2007 wurde der Aufstieg gebremst. Weißkirchen trotzte den Rot-Weißen vor 7000 Zuschauern ein 1:1 ab. Die Oberösterreich-Liga musste zwei weitere Jahre auf Vorwärts warten.

Manfred "Mauschi" Rabenhaupt stieg von der 1. Klasse mit Vorwärts bis in die Regionalliga auf. Amarildo Zela war die Galionsfigur in dieser Zeit. Der albanische Ex-Internationale erzielte in 110 Spielen 101 Tore für Vorwärts und feierte drei Meistertitel. Jörg Rigger, der 2003 zum Vorstand gestoßen war, leistete in dieser Zeit als Präsident und Hauptsponsor einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg.

2009, zum 90-Jahr-Jubiläum, war Vorwärts zurück in der Oberösterreich-Liga. Danach etablierte sich der SKV in der Regionalliga Mitte. Als Rigger Anfang 2015 seinen Rücktritt bekanntgab, drohten erneut Turbulenzen. Als Nachfolger Christian Köck ebenfalls nach wenigen Monaten das Handtuch warf, steuerte erst Reinhard Schlager als Präsident das Vorwärts-Schiff wieder in sportlich erfolgreiche und finanziell ruhige Gewässer. Er engagierte als Trainer Gerald Scheiblehner und mit diesem auch den Erfolg, der mit der Rückkehr in die 2. Bundesliga im Vorjahr seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Scheiblehners überraschender Abgang vier Tage vor dem 100. Geburtstag könnte einen Wendepunkt markieren. Am Sonntag kann Steyr zeigen, dass in der Stadt ein rot-weißes Herz schlägt.

 

Testen Sie Ihr Wissen: 100 Jahre Vorwärts – Das große Jubiläums-Quiz

 

Auswertung:

  • 17-19 Punkte – diplomierter Vorwärts-Experte mit rot-weißem Herz
  • 14-16 Punkte – eingefleischter Vorwärts-Fan
  • 11-13 Punkte – regelmäßiger Stadionbesucher an der Volksstraße
  • 8-10 Punkte – Freund des SKV, aber ein paar Besuche beim Vorwärts-Stammtisch würden nicht schaden
  • 5-7 Punkte – nicht über den Vorwärts-Nachwuchs hinausgekommen und die Sportart gewechselt
  • 2-4 Punkten – kennt Vorwärts nur vom Hörensagen
  • 0-1 Punkte – hier tickt höchstens ein blau-weißes Amateure-Herz

 

Die OÖNachrichten bringen bis zum Jubiläumsspiel eine fünfteilige Serie zur Vorwärts-Geschichte, unterstützt von Vorwärts-Archivar Erwin Pöschl und Michael Stockinger, der als Fan ein umfangreiches Vorwärts-Archiv führt. Die Artikel können Sie hier nachlesen:

Teil 1: Warum ein China-Restaurant für den SK Vorwärts historische Bedeutung hat

Teil 2: "Goldene Generation" im Cup-Finale

Teil 3: Prohaska erlebte rot-weißen Albtraum

Teil 4: Ein Weltstar führte Vorwärts zurück in die 1. Bundesliga

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07. Dezember 2019