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Vom Denken ins Fühlen

Von Sonderthemen-Redaktion   13. Juli 2020

Der Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen erfordert viel Empathie und Feingefühl. Eine enorme Herausforderung für Angehörige und Pflegende.

Zu Beginn sind es oft nur Kleinigkeiten: eine verlegte Brille, eine vergessene Verabredung, ein verlorener Schlüssel. Eine Demenz-Erkrankung schleicht sich meist unbemerkt in den Alltag ein. Der Begriff Demenz steht dabei für eine Gruppe unterschiedlicher Krankheiten, die alle mit einem Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit und einer Persönlichkeitsveränderung einhergehen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung.

Fortschritte in der Früherkennung

Alzheimer ist nicht heilbar und lässt sich bislang auch nicht aufhalten. Doch gerade eine frühe Diagnose kann für eine spätere gute Lebensqualität und eine effektivere Therapie wichtig sein. In der Forschung hat sich diesbezüglich in den letzten Jahren einiges getan. Die Krankheit ist zwar sehr komplex und ihre Ursachen sind noch immer nicht vollständig geklärt; gesichert ist aber, dass zwei verschiedene Eiweißablagerungen charakteristisch für sie sind: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Diese beiden Ablagerungen stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen. Schon bevor sich die ersten klinischen Symptome zeigen, lässt sich so die Alzheimer-Erkrankung nachweisen. Solche Fortschritte in Sachen Frühdiagnostik geben Anlass zur Hoffnung. Derzeit laufen auch Forschungen an Blut-Biomarkern, was eine Diagnose erheblich vereinfachen würde.

Brückenbauer zwischen den Welten

Auch wenn die Forschung Fahrt aufnimmt, weiß niemand wirklich, wie es in einer an Demenz erkrankten Person aussieht. Nur im Anfangsstadium der Krankheit können sich die Betroffenen gut mitteilen. Später müssen die Angehörigen sozusagen erfühlen, was in dem erkrankten Menschen vorgeht. Da braucht es viel Verständnis und Geduld. Es gibt dabei keinen „Leitfaden“, vielmehr stehen das Bauchgefühl und das Herz im Vordergrund.

Hilfe für die Helfenden

Die Corona-Situation war und ist für viele Patienten und Angehörige eine besonders schwierige, vielleicht sogar explosive Zeit. An Demenz Erkrankte haben Schwierigkeiten, die veränderte Situation und die damit verbundenen Auflagen, vor allem die Kontakteinschränkungen und Hygienemaßnahmen, zu verstehen. Zudem tragen die gewohnten Personen in ihrem Umfeld jetzt Gesichtsmasken. Die Betroffenen haben Angst, sind verunsichert, werden aggressiv oder ziehen sich vielleicht noch mehr zurück. Das bedeutet auch, dass Angehörige noch stärker gefordert  sind als bisher. Umso wichtiger sind entsprechende Hilfsangebote und Entlastungsmöglichkeiten.

Die Seite demenzstrategie.at gibt einen sehr guten Überblick über Initiativen und Maßnahmen, die in Österreich speziell für Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen und deren Familien angeboten werden – von der telefonischen Beratung und Videomeetings bis hin zu moderierten Gesprächsrunden und Selbsthilfegruppen.

Der Garten beim Rohrbacher Krankenhaus wurde speziell für Patienten mit Demenzerkrankung angelegt. Ein unendlicher Weg in Form einer Achter-Schleife wartet auf die erkrankten Menschen, die oft einen ausgeprägten Bewegungsdrang verspüren. Hier, im sogenannten „Garten der Erinnerung“,  können sie ohne Eigengefährdung in Bewegung bleiben. Der Garten ist nach einem therapeutischen Konzept aufgebaut, barrierefrei und von allen drei Internen Abteilungen aus erreichbar.

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