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Mobile Kraftwerke aus dem Mühlviertel für abgelegene Orte

09.März 2018

Mobile Kraftwerke aus dem Mühlviertel für abgelegene Orte
Marius Hager und Geschäftsführer Heinz Peter Knaß (Global Hydro,2)

Den Ausgang nahm die Kooperation bei einer Wirtschaftsreise nach Norwegen. Marius Hager vom Kleinwasserkraftwerksbauer Global Hydro in Niederranna und Walter Kreisel vom Batterienspeicher-Spezialisten Kreisel Systems saßen nebeneinander im Bus und kamen ins Plaudern. Schnell war klar, dass sie gemeinsame Sache machen könnten. Das war im Juni des Vorjahres.

Jetzt ist die gemeinsame Arbeit marktreif. Worum geht es? Global Hydro baut komplette Wasserkraftwerke, die in einem Container fertig installiert aufgestellt werden. Gedacht ist das vor allem für Regionen, die kaum zugänglich sind und die als Insellösung funktionieren sollen. In konventioneller Bauweise wäre dort kein Kraftwerk wirtschaftlich zu errichten, sagt Marius Hager, der an Global Hydro beteiligt ist. Die Containerlösung ist um bis zur Hälfte billiger, weil kein Krafthaus errichtet werden muss.

Bis zu 100 Anfragen gibt es bereits. Ein großer Markt soll Kanada werden, dort wird der Umstieg von Dieselgeneratoren auf Wasserkraft vom Staat mit bis zu 700 Millionen Dollar gefördert, sagt der Projektverantwortliche Bernhard Kodré.

Und jetzt kommt der Speicher von Kreisel ins Spiel: Denn der Energiebedarf und der -verbrauch passen oft nicht zusammen. Vor allem wenn Wasserkraft mit Photovoltaik zur Spitzenabdeckung kombiniert wird. "Von uns kommt die intelligente Steuerung und die Dimensionierung der Anlagen unter Berücksichtigung des Speichers", sagt Jürgen Sonnleitner von Kreisel Systems.

Global Hydro verdoppelt derzeit die Kapazität in Niederranna. Sechs Millionen Euro werden investiert. Im Vorjahr kamen 30 Mitarbeiter – auf jetzt 150 – dazu. Der Umsatz soll innerhalb von zwei Jahren von 36 über 43 auf heuer 50 Millionen Euro steigen. (sib)

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