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Von Chancengleichheit profitieren

13.Februar 2021

Von Chancengleichheit profitieren
Das Projekt FairPlusService bietet gleichstellungsorientierte Unternehmensberatung und gezielte Coachings für Firmen und deren Mitarbeiterinnen. Fotos:

Die aktuelle Wirtschaftskrise stellt zahlreiche Unternehmen und ganze Branchen vor große finanzielle und existenzielle Herausforderungen. Häufig sind es Frauen, die davon besonders betroffen und in ihrer Berufslaufbahn beeinträchtigt sind. Das Projekt FairPlusService – organisiert von ÖSB Consulting und vom Verein ABZ*AUSTRIA und finanziert durch den Europäischen Sozialfonds und das Arbeitsministerium – greift unterstützend ein und sucht zusammen mit Unternehmen aus Niedriglohnbranchen und deren Mitarbeiterinnen Lösungen für diese Herausforderungen.

Ziel ist, die Betriebe von der Förderung ihrer weiblichen Angestellten profitieren zu lassen und so einen aktiven Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zu leisten.

Gleichstellung schafft Wert – für Unternehmen und für Frauen

Der Schwerpunkt des österreichweiten Programms mit regionalem Fokus liegt auf Branchen wie Handel, Tourismus, Gesundheit, Produktion und Reinigung, denn hier gibt es besonders viele Mitarbeiterinnen, die weniger als 1460 Euro brutto im Monat verdienen – sie gelten damit als Niedriglohnbeschäftigte. Die BeraterInnen von FairPlusService sind derzeit in den Schwerpunktregionen Wien-Nord, Weinviertel, Industrieviertel Süd, Salzkammergut und Arlberg aktiv.

"Einer der ersten Schritte in unserer kostenfreien Beratung ist eine gründliche Analyse des Unternehmens", erklärt Claudia Glawischnig, Leiterin Projektkommunikation, ABZ*AUSTRIA, den Ablauf. "Es geht zunächst also darum, sich einen guten Überblick über die Strukturen und die Belegschaft des Betriebs zu verschaffen. Als weiteren Schritt sehen wir uns an, welche Werkzeuge in Sachen Gleichstellung bereitstehen und welchen Reifegrad das Unternehmen in dieser Hinsicht besitzt. Gemeinsam wird dann eine Strategie entwickelt." Im Fokus stehen die Förderung und Weiterentwicklung sowie die Stabilisierung von Berufslaufbahnen von gering qualifizierten oder dequalifiziert beschäftigten Frauen. Gemeinsam mit den Betroffenen sollen zukunftweisende Strategien für nachhaltigen Kompetenzaufbau und verbesserte Karrierechancen erarbeitet werden. Sehr viel Potenzial sehen die FairPlusService-Verantwortlichen im Bereich der Digitalisierung. Ziel sei es, durch Qualifizierung die Selbstermächtigung von Frauen zu stärken.

Kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen binden

Von der Weiterentwicklung der Frauen profitieren nicht nur diese selbst, sondern auch die Unternehmen, die auf diese Weise ihr eigenes Personal qualifizieren und kompetente, engagierte Mitarbeiterinnen binden. "Mit der Unterstützung der Unternehmensberatung von FairPlusService begeben wir uns auf eine Reise, die uns nach innen und außen stärkt", sagt Nicole Fröwis, Geschäftsführerin der Sperger GmbH. Das Lustenauer Putzlappen-Unternehmen hat sich schon einen der Plätze im Projekt gesichert. Als Bonus für Unternehmen bietet FairPlusService auch praxisorientierte Kompakt-Trainings zu wichtigen und aktuellen Themen wie Fachkommunikation, Hygiene und digitale Kompetenzen.

"Die Angebote von FairPlusService werden bisher sehr gut angenommen", erzählt Claudia Glawischnig. "Wir können 70 Unternehmen beraten. Im Oktober sind die Beratungen aktiv gestartet und bisher wurde bereits ein Drittel der Vereinbarungen abgeschlossen." Das Projekt läuft noch bis 2023. Dank Finanzierung durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit ist das Angebot für alle teilnehmenden Unternehmen kostenfrei. Die ersten Beratungen starten jetzt auch in Oberösterreich. Weitere Infos dazu findet man auf fairplusservice.at.

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05. August 2021