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Umdasch: Lohnkürzung oder Aus für den Ladenbau in Amstetten

Von Stefan Fröhlich   14.November 2014

Der Ladenbau ist seit Jahren das Sorgenkind der Amstettner Umdasch-Gruppe. Zuletzt wurden Verluste geschrieben, der Umsatz ist im Vorjahr um 14 Prozent eingebrochen. Weil im Amstettner Ladenbau-Werk die Löhne gegenüber den Schwesterwerken in Deutschland und der Steiermark um zehn bis 20 Prozent höher sind, steht der Standort auf wackeligen Beinen. "Drei Werke für den schwächelnden Fashion&Lifestyle-Bereich sind zu viel. Daher wollen wir in Amstetten künftig für den wachsenden Premium-Bereich produzieren – dazu ist aber eine Kostensenkung nötig", sagt Ladenbau-Chef Silvio Kirchmair im Gespräch mit den OÖN. Das Management habe bei sich selbst bereits zum Sparstift gegriffen.

Die Entscheidung, ob in Amstetten auch mittelfristig noch Geschäftseinrichtungen produziert werden, haben die Manager aber auf die Mitarbeiter abgewälzt. Bis gestern konnte abgestimmt werden, ob die Mitarbeiter eine Zukunft für den Standort sehen, und ob sie bereit sind, Zugeständnisse bei Löhnen und Gehältern zu machen. Heute soll das Ergebnis feststehen, die Tendenz dürfte in Richtung einer Zustimmung der Mitarbeiter gehen.

Kraftakt oder langsamer Tod

"Wir fragen die Mitarbeiter, ob der Ladenbau in Amstetten langsam sterben soll oder wir ihn mit einem gemeinsamen Kraftakt retten wollen", sagt Kirchmair.

Hintergrund, dass es eine Abstimmung gibt, ist auch der Wunsch des Betriebsrats nach einem Verhandlungsmandat. "Ich will mir als Betriebsrat nicht anmaßen, zu entscheiden, was für die Leute gut ist und was nicht", sagt Arbeiterbetriebsrats-Vorsitzender Josef Steinböck. Für ihn seien Lohnkürzungen grundsätzlich "nicht diskutabel", weil die Mitarbeiter mit dem "Desaster nichts zu tun" hätten. Steinböck sagt, er werde sich aber an das Ergebnis halten und "mit einem blauen Auge die Jobs absichern versuchen" oder "früher oder später über einen Sozialplan verhandeln". Was am Ende herauskommen wird, sei laut Steinböck noch nicht absehbar. Dass es im Fall eines positiven Ergebnisses automatisch zu Lohnkürzungen für alle Mitarbeiter kommen werde, sei für ihn aber in keinem Fall in Stein gemeißelt.

Im Vorjahr war der Umdasch-Betriebsrat bei den Mitarbeitern abgeblitzt, als man gemeinsam mit dem Management ein Modell zur Flexibilisierung der Arbeitszeit in der Schalungstechnik-Sparte Doka ausgearbeitet hatte. In einem Votum sprachen sich die Mitarbeiter zu drei Viertel dagegen aus.

Abgestimmt wurde nicht anonym, was der Betriebsrat kritisierte. Das Management möchte das Abstimmungsverhalten hinsichtlich Altersstruktur und zwischen Arbeitern sowie Angestellten analysieren. "Es gibt dort 110 Angestellte und 65 Arbeiter. Die Arbeiter wären von Kündigungen am raschesten betroffen. Daher ist das Abstimmungsverhalten für uns wichtig", rechtfertigt Kirchmair das offene Votum. Niemand aber müsse persönliche Konsequenzen deswegen befürchten. Mit einer Einschränkung: "Wenn jemand sagt, er sei keinesfalls kompromissbereit, werden wir Gespräche führen müssen." (stef)

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05. Mai 2024