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Supervision als Möglichkeit zur Qualitätssicherung

09.Dezember 2019

Supervision ist ein berufsbegleitender Reflexionsprozess für Einzelpersonen, Teams, Gruppen und Organisationen. Eine mögliche Supervisionsart ist die Einzelsupervision, bei der aktuelle berufliche Herausforderungen bearbeitet und somit die eigenen Handlungsoptionen erweitert werden. Die aktuellen beruflichen Herausforderungen können unter anderem eine Fallarbeit in helfenden Berufen, Rollen- und Identitätsklärung, aktuell belastende Situationen, wie beispielsweise Überforderung, berufliche Perspektiven, Aufstiegs- und Veränderungsmöglichkeiten in der eigenen Organisation betreffen. Diese Herausforderungen werden mittels anerkannter Methoden bearbeitet und somit eröffnen sich neue Perspektiven durch die Außensicht des Supervisors/der Supervisorin. Dadurch erfolgt auch eine aktive, lösungs- und zukunftsorientierte Steuerung von Veränderungsprozessen.

Nutzung Supervision

Teamsupervision, bei der die Zusammenarbeit in und mit dem Team im Mittelpunkt stehen kann, ist eine weitere Möglichkeit, wie Supervision genutzt werden kann. Durch regelmäßige Inanspruchnahme einer Supervision erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Fällt es beispielsweise einem Team anfangs noch schwer, Konflikte anzusprechen und zu bearbeiten, wird dies mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit, im geschützten Rahmen der Supervision fällt dies allerdings leichter.

Das Team ist wieder arbeitsfähig, motiviert und produktiv und kann die Energie für klientenzentrierte Arbeit oder Weiterentwicklungen im beruflichen Handlungsfeld (Bsp: konzeptionelle und inhaltliche Themen) verwenden. Natürlich ist in einer Teamsupervision auch Fallarbeit möglich, hier erfolgt eine Perspektivenerweiterung nicht nur durch den Supervisor/die Supervisorin, sondern auch durch die einzelnen Teammitglieder. In einer Ausbildungssupervision steht nicht so sehr die „Fallarbeit“ sondern die Bewältigung der beruflichen Rolle im Vordergrund. Zahl- reiche soziale Ausbildungen und Lehrgänge haben Supervisionen in ihren Curricula als Instrument der Qualitätssicherung vorgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit der Nutzung ist die Gruppensupervision. Hier treffen sich TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Institutionen oder beruflichen Feldern und tauschen sich unter Anleitung des Supervisors/ der Supervisorin aus. Besonders bereichernd werden hier die unterschiedlichen Organisationen sowie Kulturen erlebt.

Neben der Verbesserung der beruflichen Praxis dient Supervision der Psychohygiene in psycho- sozialen Berufen bzw. erweitert das persönliche Stressmanagement, wirkt präventiv bei Konflikten bzw. klärt aktuelle. Neben der Auseinandersetzung mit Entscheidungen, Ansprüchen und Zielen ist diese Beratungsmethode bei Rollen und Funktionsklärungen hilfreich. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung bei der Sicherstellung der Qualität des beruflichen Handelns im Bereich der Fach-, Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenz sowie die Förderung der Selbstwahrnehmung und Kontrolle.

Wurde Supervision bis dato vorwiegend in psychosozialen Handlungsfeldern in Anspruch genommen, so wird dieses Angebot zunehmend auch von Führungskräften der wirtschaftlichen Berufe aufgegriffen. Supervision kann jeder in Anspruch nehmen, der sein berufliches Handeln reflektieren und durch Querdenken neue Wege bestreiten möchte. Kontinuierliche Supervision ist für jedes Unternehmen/jede Organisation eine Möglichkeit, die Gesundheit (im Sinne der WHO in körperlicher, sozialer und psychischer Hinsicht) von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu fördern. Denken Sie auch darüber nach, dieses Instrument als Standard der betrieblichen Gesundheitsförderung einzusetzen.

Mag. Andreas Urich, Dipl. Lebens- und Sozialberater

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21. September 2021