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„Prävention ist immer sinnvoll“

Von Sonderthemen - Redaktion   08. Mai 2023

„Prävention ist immer sinnvoll“

Physiotherapeutin Cornelia Haidinger über die Vermeidbarkeit von Stürzen

Ein Teppich, eine Türschwelle, ein unachtsamer Moment und schon stolpert man. Was nach Alltag klingt, kann im Alter zur echten Gefahr werden. Nämlich dann, wenn das Stolpern mit einem Sturz und mitunter schweren Verletzungen einhergeht. Dieses Risiko lässt sich aktiv vermindern. Wie das geht, erklärt die Welser Physiotherapeutin Cornelia Haidinger.

Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko für Verletzung durch Stürze. Warum ist das so und was kann gezieltes Training bewirken?

Zum einen wird die Koordination im Alter weniger, man baut Muskulatur schneller ab und je weniger Muskelkraft man hat, desto leichter kommt es zu Stürzen. Auch die Sehleistung lässt nach, man erkennt Gefahren nicht mehr so schnell. Ein gezieltes Training bewirkt eine erhöhte Gangsicherheit und damit in weiterer Folge eine Verminderung der Sturzgefahr. Selbst wenn es zum Sturz kommt, kann dieser bei einem guten Trainingszustand abgefangen werden und dadurch nimmt auch die Schwere der Verletzungen ab.

Auf welche Muskelgruppen sollte man beim Training achten?

Ich würde das nicht auf Muskelgruppen einschränken. Mir ist bei meinen Pa-tienten immer ein ganzheitliches Konzept wichtig. Zum einen die Kräftigung der Muskeln, vorwiegend der Beine, aber nicht ausschließlich. Die Schulung des Gleichgewichts ist eine wichtige Komponente und auch sehr wichtig, was ältere Menschen aber oft nicht so gerne sehen, eine Adaptierung des Wohnraums, um Stolperquellen zu beseitigen oder die Beleuchtung an kritischen Stellen zu verbessern.

Ab welchem Zeitpunkt ist es sinnvoll, mit präventiven Maßnahmen zu starten?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es immer sinnvoll ist, präventiv etwas zu machen. Spätestens aber, wenn Stürze aufgetreten sind oder man sich beim Gehen nicht mehr sicher fühlt – wenn man häufiger stolpert –, ist Handlungsbedarf gegeben. Ich finde es ganz wichtig, dass man dann zeitnah zum Hausarzt geht und sich eine Überweisung zur Physiotherapie und damit professionelle Hilfe holt.

Könnte man nicht einfach für sich selbst trainieren?

Nimmt man professionelle Hilfe in Anspruch hat man den Vorteil, dass sich derjenige zuerst einmal anschaut, wo Defizite liegen, zum Beispiel ob es an bestimmten Muskelgruppen liegt oder es vielleicht Gelenke mit Bewegungseinschränkungen gibt. Dann kann der Experte gezielt auf das Problem eingehen. Lässt einfach allgemein die Leistung nach, kann man natürlich auch ein allgemeines Training starten. Da gibt es ja zum Beispiel auch passende Fernsehangebote. Es bleibt dann halt die Frage, wie motiviert man ist. Das Training mit einem Experten hilft manchen Leuten dabei, ihr Übungsprogramm vor dem nächsten Termin abzuarbeiten.

Welche Bedeutung hat Wohnortnähe in diesem Zusammenhang?

Sie ist für ältere Patienten wichtig, weil sie nicht mehr uneingeschränkt mobil sind. Das Autofahren ist für sie oft schon recht beschwerlich. Es gibt aber auch die Alternative des Hausbesuchs. Dabei wird die Physiotherapie vor Ort durchgeführt. Das ist natürlich nicht uneingeschränkt möglich, aber man kann das Übungsprogramm der Situation entsprechend anpassen, zum Beispiel indem ich bestimmte Möbelstücke in das Programm einbaue. Man muss sich also nicht irgendwelche Kraftgeräte zulegen. Auch die Beratung zur Wohnraumadaptierung kann ich natürlich leichter durchführen, wenn ich die Umgebung kenne.

Im Gleichgewicht – Übungen für den Alltag

  1. Im aufrechten Sitz beide Füße mit der gesamten Fußfläche auf den Boden stellen. Der Po darf ruhig etwas weiter vorne am Sessel stehen, die Füße sind im Idealfall barfuß. Jetzt nacheinander alle Zehen abheben, dann mit der Kleinzehenseite beginnend nacheinander alle Zehen wieder ablegen.
  2. In aufrechtem Stand an eine Fensterbank oder ein stabiles Möbelstück stellen. Gewicht auf ein Bein verlagern, das andere abheben. Es ist nicht wichtig, wie weit das Bein hochkommt, wenige Millimeter reichen. Position drei bis fünf Sekunden halten, dann das Bein wechseln.
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