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Mick Schumacher fasst in der Formel 1 Fuß

Von Dominik Feischl   29.März 2019

Mick Schumacher

Mick Schumacher tritt schneller als erwartet in die großen Fußstapfen seines Vaters und wird kommende Woche Dienstag und Mittwoch seine ersten Runden als Testfahrer in der Königsklasse drehen.

Der 20-jährige Deutsche wird bei den zweitägigen Tests nach dem Grand Prix am Sonntag in Bahrain (17.10 Uhr, live auf ORF eins und RTL) erst ins Cockpit des Ferrari SF90 steigen. Am zweiten Testtag darf Schumacher für das Ferrari-Schwesterteam Alfa Romeo am Steuer sitzen und weitere wertvolle Kilometer sammeln.

"Mit meinem Vater verglichen zu werden, war für mich noch nie ein Problem", sagt Schumacher. "Das ist recht simpel, denn wenn man mit dem besten Fahrer der Formel-1-Geschichte verglichen wird, ist das ein Ziel, das man erreichen will." Ein berühmter Nachname kann im Rennsport Türen öffnen - wie man von vielen Beispielen aus der Vergangenheit weiß. Doch Schumacher darauf zu reduzieren, wäre falsch. Auch wenn es steil bergauf ging. Im vergangenen Jahr gewann er die Formel-3-EM, entschied sich dann für den Sprung in die Formel 2, wurde Mitte Jänner obendrein in die Nachwuchsakademie von Ferrari berufen.

Seit einem schweren Skiunfall Ende Dezember 2013 wird Michael Schumacher, der Anfang Jänner des heurigen Jahres 50 wurde, von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Sein Sohn dagegen steht heller denn je zuvor im Rampenlicht. Und muss damit erst umgehen lernen. In Sakhir herrschte um ihn gestern mehr Rummel als etwa um Weltmeister Lewis Hamilton und dessen Widersacher Sebastian Vettel. Die Formel 1 giert nach neuen Helden. Klar, dass sich der Name Schumacher dafür bestens eignen würde. "Der Wirbel um ihn ist unglaublich, er kann einem fast schon leidtun", sagt auch der Linzer Tommy Preining, der selbst gegen Schumacher in der Nachwuchs-Serie Formel 4 antrat.

Start unter anderem Namen

Kein Wunder, dass Schumacher seine motorsportlichen Anfänge im Kartsport als Mick Betsch, mit dem Mädchennamen seiner Mutter Corinna, unternommen hat. Nun aber ist der Name Schumacher Programm. Vorerst will er in der Formel 2, der höchsten PS-Nachwuchsklasse, Fuß fassen.

Teamchef René Rosin von Schumachers Formel-2-Rennstall Prema warnte gestern: "Für mich ist wichtig, dass wir ihn als Mick wahrnehmen. Sein Vater ist wichtiger Teil der Motorsport-Welt. Wir sollten Mick seine eigene Geschichte schreiben lassen."

Erfolgreiche Formel-1-Generationen

Damon Hill
Der Brite tat es seinem Vater Graham Hill (1962 und 1968) gleich, indem er 1996 den Weltmeister-Titel in der Formel 1 holte. Damit waren die Hills die erste Rennfahrerdynastie, in der Vater und Sohn an der Spitze standen. Graham kam nur wenige Monate nach seinem Karriereende ums Leben, als er 46-jährig mit seinem Privatflugzeug abstürzte.

Nico Rosberg
Auch der Deutsche trat 2016 mit Mercedes in die großen Fußstapfen seines Papas Keke, der 1982 im Williams auf den Formel-1-Thron fuhr. Anfangs beriet Keke seinen Sohn. „Es war meine größte Leistung, dass ich ihn zum richtigen Zeitpunkt habe gehen lassen“, räumte der gebürtige Finne aber später ein.

Jacques Villeneuve
Sein Vater Gilles galt in seiner Formel-1-Zeit als kommender Weltmeister, doch stattdessen verunglückte er 1982 tödlich. 15 Jahre später holte sein Sohn Jacques nach, was dem Vater leider verwehrt blieb.

Max Verstappen
Bei 106 Starts in der Formel 1 brachte es Jos Verstappen auf gerade einmal zwei Podiumsplatzierungen. Sein Sohn Max macht es im Red-Bull-Team schon bei 82 Grand-Prix-Antritten viel besser. Der in Belgien geborene Niederländer hält bei derzeit fünf Siegen. Und im erst 21 Jahre alten Talent sehen viele einen kommenden Weltmeister in der Motorsport-Königsklasse.

Nelson Piquet junior
Nelson Piquet fuhr 1981, 1983 und 1987 zu Weltmeister-Ehren. Sein gleichnamiger Filius kam in 28 Rennen für Renault nur einmal aufs Podest. Doch in der aufstrebenden Formel E gelang 2015 der Titelgewinn.

 
 
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16. Juni 2019