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"Das war eine Sternstunde für den österreichischen Fußball"

Von nachrichten.at/apa   08.November 2019

Das Tor zum Sechzehntelfinale steht für die Linzer jetzt offen. Die Athletiker haben nach dem zweiten Sieg im vierten Spiel alle Trümpfe in der eigenen Hand:

  • Für den Aufstieg reicht es, in den verbleibenden Spielen gleich viele Punkte wie Eindhoven zu holen. Bei Punktegleichheit mit den ebenfalls bei sieben Zählern haltenden Niederländern hätten sie am Ende aufgrund des besseren direkten Vergleichs Vorrang.
  • Gewinnt der LASK also in der nächsten Runde in Trondheim und verliert Eindhoven gegen Sporting, hätten die Athletiker schon vor der letzten Runde den Aufstieg fixiert.
  • In allen anderen Konstellationen geht es für den LASK am 12. Dezember im Linzer Stadion gegen Sporting um den Aufstieg.

Video: Exklusive Einblicke in die Matchvorbereitungen des LASK.

LASK-Trainer mit Spruch des Tages

"Es war ein großer Schritt Richtung Aufstieg, aber es ist noch nichts geschafft. Das wissen wir auch", sagte LASK-Kapitän Gernot Trauner. Schon am 28. November könnte der Aufstieg beim punktlosen Schlusslicht Rosenborg Trondheim eventuell Realität werden. "Mit einem Sieg von uns und einem von Sporting gegen PSV wäre schon alles klar", rechnete LASK-Coach Valerien Ismael vor. Das Sechzehntelfinale hat er also, genauso wie die zwei Zähler vorausliegenden Lissabonner, voll im Visier: "Wir haben eine überragende Ausgangslage und wollen es jetzt auch zu Ende bringen."

Der Auftritt gegen PSV gibt berechtigte Hoffnung, dass das Unterfangen gelingen wird. Die Linzer zogen sichtlich die richtigen Schlüsse nach dem 0:0 in Eindhoven, wo PSV das klar tonangebende Team gewesen war. "Die Mannschaft hat gelernt, es viel besser gemacht als im Hinspiel und die Konsequenz auf internationalem Terrain wiedergefunden", analysierte der 44-Jährige. Das traf auch auf Klauss zu, den Ismael unmittelbar nach dessen Tor für Frieser eingewechselt hatte. "Der Wechsel war schon vorbereitet, heute habe ich alles richtig gemacht", freute sich der LASK-Coach auch über sein "goldenes Händchen".

Gelernt hat auch Ismael, und zwar einen Satz auf Oberösterreichisch: "Ich habe heute ein Wort auf Österreichisch gelernt: Mir haut's den Beidl auf die Seit'n", sagte der Franzose nach dem Spiel bei der Pressekonferenz zur Überraschung aller Anwesenden. Die Szene im Video:

 

Schlager: "Es gibt nur ein Gas, und das ist Vollgas"

Die Linzer ließen sich auch von einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Radu Petrescu, der einen ungerechtfertigten Elfmeter gab, den Daniel Schwaab (5.) verwertete, nicht aus der Bahn werfen. Für Ismael war die Situation ein "Deja-vu". Im Play-off-Hinspiel zur "Königsklasse" gegen Club Brügge hatten die Linzer aufgrund eines umstrittenen frühen Elfmeters noch unglücklich mit 0:1 verloren. "Ich habe den Jungs zur Pause gesagt, dass das wieder eine Prüfung für uns ist, wir diese Hürde aber übersteigen werden", erläuterte der Franzose.

Das gelang mit Bravour. Die schon vor der Pause deutlich spielbestimmenden Hausherren legten noch einmal einen Gang zu und ließen den 24-fachen niederländischen Meister schlecht aussehen. "Das war eine Sternstunde für den Verein, die Mannschaft, die Fans, die Stadt Linz und den österreichischen Fußball", betonte Ismael. Er attestierte seinem Team eine "unglaubliche Leistung" von der ersten bis zur letzten Minute. "Sie hat grandios und sich in der zweiten Hälfte in einen Rausch gespielt", ergänzte Ismael. Da passte dank Toren von Reinhold Ranftl (56.), Dominik Frieser (60.) und "Joker" Joao Klaus (78., 82.) dann auch die vorher fehlende Effizenz.

Nach dem 1:0 gegen Trondheim nahmen die Linzer auch im zweiten Heimspiel im Linzer Stadion zur Freude der 14.000 Zuschauer drei Punkte mit. "Wir wissen, dass wir hier auf der Gugl jedem Gegner wehtun können", betonte Trauner. Gegen PSV habe man beinahe ein perfektes Spiel abgeliefert. Das sahen auch seine Kollegen so. "Es war ein überragender Abend für uns", schilderte Ranftl. Laut Frieser habe sich die Partie am Platz spektakulär angefühlt. Und der wenig geprüfte Goalie Alexander Schlager verlautete: "Es gibt nur ein Gas, und das ist Vollgas, und das haben wir durchgezogen."

Als Belohnung gab sich Ismael nicht als Feierbremser. "Ein paar Bier sind drinnen, das haben wir uns verdient", sagte der Ex-Bayern-Kicker. Ganz anders die Situation bei PSV. Die Niederländer sind mittlerweile fünf Pflichtspiele sieglos, drei Partien wurden dabei verloren und nur drei Treffer erzielt. "Wir sind in einer schwierigen Situation", ist sich Coach Mark van Bommel bewusst. Man dürfe nicht vergessen, dass man neben den Verletzungsproblemen auch eine junge Mannschaft habe. "Schwierigkeiten sind da normal. Wir müssen versuchen, die so schnell wie möglich zu überwinden", gab der Niederländer die Marschroute vor.

LASK Ismael Ranftl
Jubel beim LASK nach der Gala gegen Eindhoven.

Die Stimmen nach dem Spiel 

Gernot Trauner (LASK-Kapitän): "Es ist schwierig in Worte zu fassen, es war ein überragender Abend von uns, wir haben fast alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Es war beinahe ein perfektes Spiel, wir haben viele Chancen rausgespielt, die Aktionen super fertiggespielt, hinten fast nichts zugelassen und immer Zugriff auf Spiel gehabt. Es war schon sehr beeindruckend, wie wir aufgetreten sind. Heute genießen wir einmal den Abend und können richtig stolz auf unsere Leistung sein."

Reinhold Ranftl (LASK-Torschütze): "Wir sind unglücklich ins Spiel gestartet. Insgesamt waren wir erste Halbzeit auch schon gut im Spiel, zweite Halbzeit haben wir dann grandios gespielt. Wir ziehen unser Spiel einfach immer durch. Erste Halbzeit haben wir die Chancen noch vergeben, zweite Halbzeit waren wir dann eiskalt, da ist dann alles aufgegangen. Es war ein überragender Abend für uns."

Thomas Goiginger (LASK-Offensivspieler): "Ich bin sehr stolz und glücklich über den Sieg. Es ist schwer in Worte zu fassen, weil man es noch nicht so richtig glauben kann. Ich finde, dass wir heute eine überragende Leistung geboten haben von der ersten bis zur letzten Minute. Wir haben uns nie drausbringen lassen, auch nicht vom Elfmeter, der sehr unglücklich war, wo man sich denkt, das gibt es ja nicht. Wir haben immer weitergemacht, das ist genau unsere Mentalität und das zeichnet uns am allermeisten aus."

Mark van Bommel (PSV-Trainer): "Der LASK war eine Runde weiter als wir in der Champions-League-Qualifikation, von daher habe ich gesagt, dass es keinen Favoriten gibt, alle vier Teams hätten auch Champions League spielen können. Der LASK hat eine Spielweise, gegen die man sehr schwierig spielt. Da muss man Ruhe haben und gut nach vorne spielen, das haben wir einige Male auch gemacht. Wir haben auch den Elfmeter bekommen, leider haben wir es aber nicht besser genützt. Zweite Halbzeit hat der LASK noch mehr Gas gegeben, da ist es schwierig gewesen. Wir sind nicht in der Lage gewesen, das Spiel zu drehen. Wir haben im Spiel bei uns sehr viele Chancen gehabt, hier war es andersrum. Der LASK hat das genützt und wir nicht."

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12. November 2019