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1:3 – Zuerst kam die kalte Dusche von der Feuerwehr, dann von Sturm

Von Günther Mayrhofer   16.August 2021

1:3 – Zuerst kam die kalte Dusche von der Feuerwehr, dann von Sturm
Kelvin Yeboah (li./gegen Lukas Grgic) traf zum 1:0 für Sturm.

In der 35. Minute rückte gestern in der Paschinger Raiffeisen-Arena die Feuerwehr aus: Wegen der 31 Grad im Bundesliga-Spiel zwischen dem LASK und Sturm Graz hatten die Steirer Fans einen Sprühregen bestellt. Die kalten Duschen für die Athletiker kamen in der zweiten Halbzeit durch eiskalte Konter von Sturm – 1:3.

Peter Michorl tröstete nach dem Schlusspfiff Dario Maresic und hob buchstäblich den gesenkten Kopf. Der Ex-Sturm-Spieler, der erst nach 33 Minuten für den angeschlagenen Yannis Letard in die Partie gekommen war, patzte vor dem 0:1. So lange hatten die Athletiker die Pässe in die Tiefe der Grazer gut verteidigt, bei jenem von Jon Gorenc-Stankovic war Maresic zuerst nicht perfekt positioniert gewesen und konnte dann ungelenk Kelvin Yeboah nicht am Abschluss hindern – 0:1 (66.).

"65 Minuten lang haben wir Sturm klar im Griff gehabt", haderte Trainer Dominik Thalhammer. "So darf man nicht verteidigen. Wenn man so einem Fehler in einem Spitzenspiel macht, geht es eben in die falsche Richtung." Auch gegen Rapid (1:1) hatte Maresic dem Gegner einen Treffer geschenkt, in Tirol (1:1) war er beim Gegentor hinterhergelaufen. "Seine Situation ist eine schwierige" sagte Thalhammer. "Unsere Aufgabe ist, ihm zu helfen. Wir brauchen ihn." Mit der Aufbauarbeit hatte da Michorl schon begonnen.

Zwei Stangenschüsse

Dass es vor dem 0:1 nicht in die richtige Richtung gegangen war, lag an der fehlenden Coolness und am Aluminium: Thomas Goiginger scheiterte an Torhüter Jörg Siebenhandl (10.), Michorls Freistoß landete an der Stange (20.), ebenso Florian Fleckers Abschluss (58.). Als der LASK nach dem 0:1 volles Risiko ging, schloss Manprit Sakaria zuerst einen Konter zum 0:2 ab (82.) und machte nach Michorls Anschlusstreffer (85.) auch das 1:3 (94.). "Ich habe riesigen Respekt vor allen Spielern auf dem Platz, bei solchen Temperaturen so ein Tempo zu gehen", sagte Sturm-Trainer Christian Ilzer.

Überstunden für St. Johnstone

Die Regenerationszeit nach der ersten Saisonniederlage in der Bundesliga ist kurz: Am Mittwoch geht es wieder nach Klagenfurt, wo tags darauf das Play-off-Hinspiel zur Europa Conference League gegen St. Johnstone steigt.

Die Schotten spielten gestern zwar bei vergleichsweise angenehmen 16 Grad, musste allerdings 120 Minuten um den Aufstieg in der ersten Runde des Ligapokal kämpfen: Der Titelverteidiger setzte sich nach Elfmeterschießen in Arbroath durch – und machte sich im Gegensatz zum LASK mit einem Erfolgserlebnis heiß für das Play-off.

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