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„Austro-Nobelpreis“ 2021 geht an Informatikerin Monika Henzinger

Von nachrichten.at/but   22.Juni 2021

Monika Henzingers Erkenntnisse im Bereich der Informatik tragen zum Schutz der Privatsphäre bei der Auswertung großer Datenmengen bei, hieß es in der Begründung für die Verleihung des Wittgenstein-Preises.

Bei einer Pressekonferenz am frühen Dienstagnachmittag gaben Wissenschaftsminister Werner Faßmann (ÖVP) und Christof Gattringer, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, den Namen der Wittgenstein-Preisträgerin bekannt und präsentierten die Gewinner von sechs START-Preisen, die insgesamt mit 7,5 Millionen Euro dotiert sind. „Der ‚Austro-Nobelpreis‘ schafft viel Freiraum, um hier in Österreich an der Weltspitze forschen und exzellente Teams aufbauen zu können“, sagte Faßmann bei der Bekanntgabe.

Der Wittgenstein-Preis ist der höchstdotierte Wissenschaftspreis Österreichs und eine „Bestätigung eines herausragenden wissenschaftlichen Lebenswerks, das im Falle von Monika Henzinger noch viele weitere exzellente Arbeiten erwarten lässt“, sagte FWF-Präsident Gattringer, der auf die Aktualität von Henzingers Forschung verweist: „Ihre Erkenntnisse im Bereich der Informatik tragen zum Schutz der Privatsphäre bei der Auswertung großer Datenmengen bei. In unserer immer digitaler werdenden Welt war das bereits vor Corona ein wichtiges Thema, nun ist es mit der Erfassung von Gesundheitsdaten überall auf der Welt aktueller und bedeutsamer denn je.“

Henzingers beruflicher Lebenslauf

Monika Henzinger ist seit 2009 Professorin an der Universität Wien. Nach dem Informatik-Studium in ihrem Herkunftsland Deutschland promovierte sie an der Princeton University in den USA und erhielt eine Assistenzstelle an der Cornell University. Ein zwischenzeitlicher Wechsel in die Privatwirtschaft gipfelte in Henzingers Position als Forschungsdirektorin beim Digitalkonzern Google. Zurück im akademischen Bereich war sie Professorin an der EPF Lausanne in der Schweiz, von wo sie nach Wien wechselte.

In ihrer Forschungsgruppe „Theorie und Anwendungen von Algorithmen“ ist Monika Henzinger auf die Gestaltung algorithmischer Systeme spezialisiert, unter anderem im Bereich der Analyse großer Datenmengen. Zu ihren Forschungsbereichen gehören computergestützte Verifizierung, Algorithmiksysteme auf Basis der Graphentheorie, verteiltes und paralleles Rechnen sowie algorithmische Spieltheorie. Einen neuen Schwerpunkt legt sie auf „Differential Privacy“, wodurch personenbezogene Informationen innerhalb großer Datenmengen beweisbar geschützt sind.

 „Ich möchte der internationalen Jury sowie dem FWF für diese großartige Auszeichnung danken“, sagte Monika Henzinger in ihrer ersten Reaktion. „Sie gibt meiner Forschung und der Informatik in Österreich weiteren Aufschwung und Sichtbarkeit. Das ist sehr wertvoll, denn wir benötigen dringend mehr Talente, die verstehen, wie unsere digitale Welt funktioniert – und wie man sie auch verbessern kann. Außerdem zeigt der Preis, wie erfolgreich Frauen in der Informatik sein können, und hoffentlich ermutigt das mehr Kolleginnen, Informatik zu studieren.“

Die mit jeweils 1,2 Millionen Euro dotierten GRANT-Preise gingen an

- Physikerin Laura Donnay (TU Wien) für ihre Forschung an Schwarzen Löchern

- Physiker Julian Leonard (TU Wien) für seine Forschungen zum Quantencomputer

- Mathematiker Yash Lodha, (Uni Wien) für seine Beiträge zur Gruppentheorie

- Chemiker Hannes Josef Mikula (TUWien) für seine Forschungen für die Krebstherapie

- Biologe Markus Hartmann Möst (Uni Innsbruck) für seine Forschung an Gewässerökosystemen

- Politikwissenschafterin Katharina Theresa Paul (Uni Wien) für ihre Untersuchungen zu Impfentscheidungen

 

Interviews mit allen START-Preisträgerinnen und -Preisträgern unter https://scilog.fwf.ac.at/

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26. September 2021