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Bei Gabriel Lansky Lobbyismus lernen

01.Oktober 2011

Bei Gabriel Lansky Lobbyismus lernen
„Lobbyist“ Lansky

Gabriel („Gabi“) Lansky ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rechtsanwälte Wiens. Er vertritt die Interessen von Natascha Kampusch ebenso wie Ex-KGB-Offizier Mikhail Golovatov oder die Witwen zweier ermordeter kasachischer Banker. Politisch ist er eindeutig ein SP-Mann. Eine enge Arbeitsbeziehung hatte er zum Lobbyisten Peter Hochegger. Dieser ist eine Schlüsselfigur zahlreicher Affären, von der Telekom über ÖBB und Buwog bis zum Skylink.

Ist Lansky mit Hochegger befreundet? Er sei „bekannt mit ihm“, formulierte der Anwalt einmal vorsichtig – „wobei bei mir Arbeit und Freundschaft meist verschwimmen.“

Seine Kenntnisse desLobbyismus nützt „der rote Gabi“ jetzt für seine Vortragstätigkeit am Juridicum der Uni Wien. „Lobbying und Public Affairs“ ist der Titel seiner rechtswissenschaftlichen Lehrveranstaltung im Wintersemester. Am 17. Oktober geht’s los. Ziel ist laut Vorlesungsverzeichnis „die Einführung in die Bedeutung des Lobbyings“. Zur Leistungskontrolle ist von den Studenten ein Lobbying-Konzept vorzulegen. Nach dem Vorlesungsblock findet Anfang Dezember eine mehrtägige Reise nach Brüssel statt.

Über mangelndes Interesse kann Lansky nicht klagen. Schon jetzt sind alle Plätze belegt. Wer trotzdem vom schillernden Advokaten lernen möchte, muss sich auf die Warteliste setzen lassen.

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Keine Warteliste gibt es für die Neubesetzung des höchsten Postens in der Uni-Landschaft. Mit dem heutigem Rückzug von Hans Sünkel als Rektor der Technischen Universität Graz wird auch sein Posten an der Spitze der Universitätenkonferenz (uniko), der Vereinigung aller 21 Hochschulen, vakant.

Der Job ist kein leichter, bedeutet er doch jede Menge Zusatzarbeit. Erst recht, wo es demnächst mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (VP) in die Verhandlungen um die Uni-Budgets nach 2013 geht.

Vier Kandidaten scheinen aussichtsreich für die Wahl am 10. Oktober. Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg, ist einer. Er führt seine Hochschule seit zehn Jahren und hat als Einziger Interesse am uniko-Amt geäußert. Was ihm, da läuft es wie in der Politik, nicht unbedingt ein Vorteil sein dürfte. Ebenfalls Chancen hat Gerald Bast, Rektor der Uni für Angewandte Kunst. Er hat sich zuletzt neben Sünkel oft zu Wort gemeldet. Ebenfalls häufig fällt der Name Wolfgang Schütz, Rektor der Medizin-Uni Wien.

Manch einer möchte Sünkels Vorgänger, den Rektor der Wiener Wirtschaftsuni (WU) Christoph Badelt zurück. Er hatte sein Amt als Chef der Rektorenkonferenz wortgewaltig gegenüber der Politik geführt. Freilich war er 2009 zurückgetreten, um sich auf die WU zu konzentrieren – deren Neubau auch jetzt seine volle Aufmerksamkeit erfordert. (chk/jabü)

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17. Oktober 2019