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Verwirrung um Maßnahmen im Kampf gegen Corona

17.Oktober 2020

In Berlin kippte das Verwaltungsgericht die vom Senat verfügte Sperrstunde 23 Uhr für Bars. Begründung: Ein Infektionsrisiko nach 23 Uhr könne nicht nachgewiesen werden. Nordrhein-Westfalen führt dagegen eine Sperrstunde in stark betroffenen Kommunen ein (23 Uhr). Außerdem wird Maskenpflicht in Fußgängerzonen verordnet.

Nach Sachsen, Niedersachsen, Saarland und Baden-Württemberg (teils durch Richterentscheid) streichen jetzt auch Bayern und Hessen das umstrittene Beherbergungsverbot. In Schleswig-Holstein wurde dieses dagegen vom Oberverwaltungsgericht bestätigt. Die Richter argumentierten: Würde der Vollzug ausgesetzt, könnten Menschen aus inländischen Risikogebieten zu touristischen Zwecken unkontrolliert nach Schleswig-Holstein reisen.

Die Entwicklung in anderen Ländern

Tschechien und Slowakei: Neue staatliche Coronavirus-Schutzmaßnahmen beschränken auch die Feier öffentlicher Gottesdienste stark. In beiden Staaten sind ab sofort nur noch Gottesdienste mit maximal sechs Gläubigen erlaubt. Sonderregeln gibt es nur für Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse. In Tschechien wurden unterdessen im Ausland arbeitende Ärzte aufgerufen, vorübergehend nach Hause zurückzukehren. Ärztekammer-Präsident Milan Kubek appellierte in dem Schreiben an seine Kollegen im Ausland, "ihren ehemaligen Kollegen in unseren Krankenhäusern zu helfen". Am dringendsten sei der Bedarf an Anästhesisten und Intensivmedizinern. Auch qualifiziertes Pflegepersonal werde gebraucht.

Im EU-weiten Vergleich ist Tschechien Spitzenreiter bei den Neuinfektionen: Binnen 14 Tagen steckten sich laut der EU-Agentur ECDC im Schnitt 660,8 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an.

Italien: Nachdem sich die Zahl der Coronavirus-Todesopfer an einem Tag auf 83 im Tagesvergleich verdoppelt hat, prüft die Regierung eine weitere Verschärfung der Schutzmaßnahmen. So könnten alle Lokale gezwungen werden, um 22 Uhr zu schließen.

USA: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist erneut stark gestiegen. Am Donnerstag (Ortszeit) verzeichnete die Johns Hopkins Universität in Baltimore binnen 24 Stunden rund 63.600 positive Testungen, rund 4000 mehr als am Vortag. Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die bisher höchste Anzahl der Virus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Universität am 16. Juli mit mehr als 77.300.

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26. April 2024