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Kleine Ostseeinsel verfügt über eigene Staatsgrenze

16.September 2009

Am 17. September 1809 – vor genau 200 Jahren – wurde die Grenze zwischen Finnland und Schweden durch den Mittelpunkt des bis dahin namenlosen und unbewohnten Eilands gelegt.

Seit zwei Jahren ist der Leuchtturm der Insel im Sommer wieder besetzt. Eine der letzten Leuchtturm-Mannschaften in diesem Jahr waren die Filmstudentin Saara Tamminen und der pensionierte Schiffskapitän Kalle Ström. Märket liegt in einem gefürchteten Meeresgebiet, in dem es oft bis zu zehn Meter hohe Wellen gibt. Geschätzte 300 Wracks liegen rund um die Insel auf dem dunklen Grund der Ostsee: Schoner, Frachtschiffe, Schleppboote aus mehreren Jahrhunderten, sogar ein sowjetisches U-Boot.

Zu den neuen Aufgaben des heutigen Leuchtturm-Personals auf Märket gehört das Betreuen von Gästen. Während der Hauptsaison tummeln sich manchmal bis zu 70 Leute auf der Mini-Insel.

Die Grenze zwischen Finnland und Schweden ist auf den glatten Felsen lediglich durch einige weiße Farbflecke mit stilisierten Richtungspfeilen gekennzeichnet. Ihren spektakulären Verlauf, der Märket auf der Landkarte das Aussehen eines doppelten Puzzlesteins verleiht, verdankt die Grenze einem eklatanten Völkerrechtsbruch: Der 1885 fertig gestellte Leuchtturm – der westlichste des russischen Zarenreiches, dem Finnland damals angehörte – wurde auf schwedischem Territorium errichtet.

Es spricht für eine gewisse Vernunft der Schweden, dass darüber in Stockholm niemals großes Aufheben gemacht wurde. Erst 1981 – knapp 100 Jahre nach dem Bau des Leuchtturms – entschlossen sich Finnland und Schweden im Zuge einer Grenzrevision, den Schönheitsfehler zu beheben. Die neue Grenze wurde einfach um den Leuchtturm und seine zwei Nebengebäude herum gezogen. Schweden erhielt als Ausgleich dafür ein ebenso großes Stück von der anderen Seite der Insel. Was ganz nebenbei zur Folge hat, dass man auf Märket von Schweden aus Finnland im Westen erblicken kann.

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21. September 2021