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Auto-Tests

Renault Clio Blue: Ein Großer unter den Kleinen

Von Clemens Schuhmann  16. Dezember 2019 00:04 Uhr

Ein Großer unter den Kleinen
Beim Design des neuen Renault Clio lautet das Motto "Evolution statt Revolution" – kein Wunder, wurde doch der Vorgänger vor allem wegen seines Designs gekauft.

Der neue Renault Clio macht vor allem im Innenraum einen riesigen Sprung nach vorne.

Der Clio ist für den französischen Autohersteller Renault ein ungemein wichtiges Auto. Seit der pfiffige Kleinwagen im Jahr 1990 den legendären Renault 5 abgelöst hat, wurden mehr als 15 Millionen Renault Clio verkauft. Seit wenigen Wochen tummelt sich die fünfte Generation des Kleinwagens auf unseren Straßen, mit der Neuauflage machte der Clio einen riesigen Sprung nach vorne – speziell im Innenraum.

Ein Großer unter den Kleinen
Geräumiger, übersichtlicher und hochwertiger Innenraum im neuen Clio

Design: Da der bisherige Renault Clio vor allem wegen seines Designs gekauft wurde, wurde die Optik nur behutsam nachgeschärft – Evolution statt Revolution also. Auffällig ist, dass Scheinwerfer und Rückleuchten bereits ab der Basisversion in Voll-LED-Technik ausgeführt sind. Insgesamt wirkt der neue Clio sehr dynamisch, nicht zuletzt, weil die hinteren Türgriffe im Fensterrahmen versteckt ist. Die stark ansteigende Gürtellinie und die relativ breite C-Säule schränken die Sicht nach (schräg) hinten etwas ein. Die neue, ausgezeichnet arbeitende 360-Grad-Kamera inklusive Einparkhilfe und "Handsfree-Parking", die in der Topversion "Initiale Paris" serienmäßig an Bord ist, bietet Abhilfe.

Ein Großer unter den Kleinen
Auf Wunsch gibt es eine breite Palette an Fahrer-Assistenzsystemen.

Innenraum: Bemerkenswert ist, dass der Clio, der nur als Fünftürer verfügbar ist, geringfügig kürzer bzw. niedriger wurde – im Innenraum aber trotzdem mehr Platz bietet. Fahrer und Beifahrer freuen sich über sehr viel Raum. Aber auch die Passagiere in Reihe zwei können nicht klagen, eng wird’s da erst für Mitfahrer über 1,85 Meter Körpergröße. Und der Kofferraum ist mit 366 Liter üppig dimensioniert – schließlich ist der Clio immer noch ein Kleinwagen. Etwas störend beim Be- und Entladen ist dabei nur die erhöhte Ladekante.

Neu sortiert wurde im Clio-Wohnzimmer die Bedienung. Dreh- und Angelpunkt ist der riesige, hochkant stehende und gestochen scharfe 9,3-Zoll-Touchscreen. Das Multimedia-System ist logisch aufgebaut, man findet sich binnen Minuten bestens zurecht. Erfreulich ist zudem, dass Renault trotz der modernsten Technologien nicht zur Gänze auf Direktwahltasten für die wichtigsten Funktionen verzichtet hat. Einziger Wermutstropfen bei der Bedienung: Es gibt keinen Drehregler für das Lauter- und Leiserstellen von Musik, Hörbuch oder Vokabeltrainer.

Verschwunden ist zudem die Plastiklandschaft, viele Oberflächen sind nun mit Glanzlack überzogen oder hinterschäumt. Dazu kommen Chromeinleger und -ringe. Dazu passt eine exzellente Verarbeitung. Im Innenraum wirkt der neue Clio ganz und gar nicht mehr wie ein Massenmodell.

Ein Großer unter den Kleinen
Großer Kofferraum und eingeschränkte Sicht nach hinten

Fahrwerk: Abgestimmt ist der wendige Fünftürer eher straff, ohne jedoch beim Komfort Abstriche zu machen. Dieser Spagat ist also geglückt. Dazu passen die direkte, leichtgängige Lenkung und die kräftig zupackenden Bremsen. Und noch eines fällt auf: Der neue Clio ist auch beim Fahrverhalten bei höheren Geschwindigkeiten seiner Klasse fast schon enteilt. Im Gegensatz zu anderen Kleinwagen bleibt der Clio auch auf der Autobahn sehr ruhig und fahrstabil.

Motor: Im OÖN-Testauto war ein Vierzylinder-Diesel mit 115 PS verbaut. Der Selbstzünder ist ausgezeichnet gedämmt und im Innenraum so gut wie nicht zu hören – außer halt beim Kaltstart in der kalten Jahreszeit. Die 115 PS haben mit dem Clio leichtes Spiel, ein Gefühl der Untermotorisierung kommt nie auf – auch nicht bei voller Besetzung und Beladung. Erfreulich ist zudem, dass der Vierzylinder sehr genügsam ist. Unterm Strich kamen wir im OÖN-Test auf 4,3 Liter – und damit lagen wir nur um 0,6 Liter über dem Normverbrauch. Bei einer längeren Überlandfahrt mit Tempo 80 bis 100 km/h entlang der Donau stand sogar ein Dreier vor dem Komma.

Fazit: Mit dem neuen Clio ist Renault ein großer Sprung nach vorne gelungen – das gilt insbesondere für den deutlich gewachsenen und sehr hochwertig gestalteten Innenraum. Für die Kombination aus Diesel und höchster Ausstattungsstufe rufen die Franzosen selbstbewusste 25.790 Euro auf. Das relativiert sich jedoch angesichts des feinen Gesamtpakets umgehend.

Renault Clio BlueDCI 115 Initiale Paris

Preis: ab 12.490 Euro
OÖN-Testwagen 26.395 Euro

Motor: Vierzylinder-Diesel SCR-Abgasreinigung
Hubraum 1461 ccm
Leistung 85 kW (115 PS) bei 3750 U/min
max. Drehmoment 260 Nm bei 2000 U/min

Verbrauch (NEFZ)

Stadt/Land/Mix 4,4/3,2/3,7
OÖN-Test 4,3
Tank/Kraftstoffart 39 l/Diesel

Umwelt: Euro 6d-TEMP
CO2-Ausstoß 97 g/km

Antrieb: Front
Getriebe 6-Gang-Schalter

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 9,9 sec
Spitze 197 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4050/1798/1440 mm
Radstand 2583 mm
Leergewicht 1277 kg
Zuladung 425 kg
Kofferraum 366 bis 1069 Liter
Anhängelast 630 bzw. 900 kg

Garantie: 4 Jahre/100.000 km

Plus: sehr sparsam, überkomplett ausgestattet, exzellent verarbeitet, innen sehr hochwertig, großer Laderaum, klasse Bedienung

Minus: eingeschränkte Sicht nach (schräg) hinten

Artikel von

Clemens Schuhmann

Redakteur Außenpolitik, Weltspiegel

Clemens Schuhmann
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