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Auto-Tests

BMW bittet zum zünftigen Grillfest

Von Carsten Hebestreit 14. August 2019 06:04 Uhr

BMW bittet zum zünftigen Grillfest
Befehlszentrale: das Tablet im Fond

Mit dem sehr groben Kühlergrill zeigt der Facelift-7er vor allem eines: Selbstbewusstsein

Der Indikator für Selbstbewusstsein ist – richtig – der Kühlergrill. Je größer und mächtiger, um so geschwollener die Brust. Wobei "groß" durchaus mit "auffälliger" übersetzt werden kann. Denn flächenmäßig misst die Doppel-Niere des Facelift-7er Bonsai-Dimensionen im Vergleich zu aktuellen Audi-Modellen. Doch auffälliger? Da liegt der Münchner unangefochten vorne. Was allerdings auch mit ein wenig Spott und Häme einhergeht. So oder so: Wir durften den 730d testen.

Design: Lästermäuler hatten Hochkonjunktur: Kaum waren die ersten Ansichten des Facelift- Flaggschiffs publiziert, war die spöttische Kreativität nicht zu bremsen. Grill, Rost, Steaks – Diese Kombination stand im Mittelpunkt. Wobei, zugegeben, der Grill tatsächlich ein wenig grob geraten ist – für eine Limousine. Jeep spielt sich mit demselben rustikalen Kühlergrill-Design schon seit Jahren – auf seinen Geländewagen. Und alle klatschen mit den Händen. Macht nichts, die bayerische Limousine erfüllt ihre Funktion als Statussymbol mehr denn je.

Denn da wären auch die extrem flachen Scheinwerfer, die riesigen "Nüstern" (Lufteinlässe links und rechts des Kühlergrills), die Lüftungsschlitze ("Air Breather") an den Seiten und die nun durchgehende LED-Leiste am Heck.

Wer übrigens auf Chromzierrat abfährt, der darf getrost vor Freude jodeln: Weil etwa 40 Prozent aller 7er im Reich der Mitte verkauft werden, passten die Bayern die Optik an den chinesischen Geschmack an. Und da spielt Chrom seit jeher eine gewichtige Rolle. Wer darauf verzichten mag, kann die glänzenden Chrom-Optionen einfach wegklicken.

BMW bittet zum zünftigen Grillfest
Die Schalter auf dem Lenkrad wurden optimiert, der Dreh-Drück-Regler blieb.

Innenraum: Einmal BMW, immer BMW. Oder, anders formuliert: BMW-Fahrer fühlen sich sofort heimisch, egal, ob 3er, 5er oder 7er. Dreh-Drück-Regler, riesige Displays, alle Schalter und Knöpfe an ihren gewohnten Plätzen. Gestensteuerung, Touch-Bedienung, Sprachbefehle – alles funktioniert einwandfrei. "Hey BMW" auch im Dialekt und ohne feste Befehle. Passt. Kritik? Ja! Das Cockpit-Display lässt sich nur eingeschränkt konfigurieren.

Alles gleich im 3er, 5er und 7er? Nein! Selbstverständlich fühlt sich das Leder im 7er weicher, hochwertiger an. Und mehr Platz ist auch. Der Platz hinten rechts ist der Chef-Sessel schlechthin. Tisch, Tablet, Fußablage – First class eben.

Fahrwerk: Der 7er schwebt über Asphalt und wankt spürbar, aber nicht unangenehm in schnellen Mühlviertler Kurvenkombinationen.

Motor: Der geniale 265-PS-Turbodiesel schiebt mit seinen 620 Newtonmeter kräftig, aber nicht brachial an. Immerhin müssen fast 1,9 Tonnen in Schwung gebracht werden. Urteil: Ausreichend Kraft.

Fazit: Die 7er-Optik pendelt zwischen gediegen und dynamisch, das Infotainmentsystem wie auch die Fahrhilfen verleiten zum Zungeschnalzen. Einziger Kritikpunkt bleibt die fehlende Flexibilität bei der Konfiguration des Cockpit-Displays. Überragend zeigte sich der Turbodiesel im OÖN-Test: 6,4 Liter verdienen den dicken Gefällt-mir-Daumen. Weniger prickelnd ist freilich der Preis – 167.000 Euro.

BMW bittet zum zünftigen Grillfest
Fond: In der L-Version die Chef-Etage

BMW 730d xDrive

Preis: ab 100.100 Euro
OÖN-Testwagen: 167.997 Euro

Motor: Reihen-6-Zylinder, Turbo mit variabler Einlassgeometrie
Hubraum: 2993 ccm
Leistung: 195 kW (265 PS) bei 4000 U/min
max. Drehmoment: 620 Nm bei 2000–2500 U/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix: 6,5/5,0/5,5
OÖN-Test: 6,4
Tank/Kraftstoffart: 78 l/Diesel
Umwelt: Euro-6d-Temp
CO2-Ausstoß: 144 g/km

Antrieb: Allrad

Getriebe: 8-Gang-Wandlerautomatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h: 6,1 sec
Spitze: 250 km/h

Abmessungen & Gewichte:
Länge/Breite/Höhe: 5120/1902/1467 mm
Radstand: 3070 mm
Leergewicht (DIN): 1825 kg
Zuladung (DIN): 625 kg
Kofferraum: 515 Liter
Anhängelast gebr.: 2100 kg
ungebremst: 750 kg

Garantie: 2 Jahre

Plus: Herausragender Fahrkomfort; sparsamer, kräftiger Dieselmotor

Minus: Cockpit-Display lässt sich nur wenig konfigurieren.

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