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Wallfahrt für den LASK: Zwölf Freunde wandern bis nach Mariazell

Von Gerald Winterleitner   13.August 2019

Die Fan-Pilger: Pater Arno, August Baumschlager, Johann Dutzler, Gerald Hainböck, Johann Glinsner, Reinhard Humenberger, Walter Ölsinger, Harald und Raphael Pettermann, Heinz Berger, Josef Straßmayr und Franz Zacherl

Der Ursprung der Geschichte liegt bereits rund zwanzig Jahre zurück, vor wenigen Jahren aber erneuerten Schicklberg-Wirt Franz Zacherl und Transportunternehmer Reinhard Humenberger ihr Gelübde: „Der LASK hat damals in der Regionalliga gekickt, uns war natürlich schwer ums Herz, und da haben wir aus Jux ein zweites Mal beschlossen: Sollten unsere Schwarz-Weißen jemals in der Champions League spielen, dann gehen wir zu Fuß nach Mariazell“, sagt Humenberger (49), LASK-Fan seit ewigen Zeiten und heute Daumendrücker für seine Kicker vor dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Basel im Linzer Stadion.

Ewige Zeiten und ein paar Jahre mehr ist Franz Zacherl (68) schon begeisterter Anhänger der Linzer. „Mein erstes LASK-Spiel habe ich im Herbst 1964 als 13-Jähriger besucht“, erinnert sich der Edelfan, „im Jahr darauf ist der LASK Meister geworden. Ich war 14, habe das 4:0 gegen Rapid bejubelt und dann den Zug heim verpasst. So bin ich eben zu Fuß gegangen, bis mich in Ritzlhof doch noch jemand mitgenommen hat.“

Noch nie ein Spiel gesehen

Zu Fuß wird Zacherl auch demnächst wieder unterwegs sein. Der 68-Jährige ist der Älteste der Wallfahrer, die sich am Sonntag, 25. August, nach der 9-Uhr-Messe vom Stift Kremsmünster aus auf den Weg machen. Den beiden eingefleischten LASK-Fans hat sich ein großer Teil der Hobbykicker des FC Schicklberg angeschlossen. Begleitet wird die elfköpfige, lustige Truppe von Pater Arno vom Benediktinerstift. „Ich kenn mich beim Fußball überhaupt nicht aus und habe noch kein LASK-Spiel gesehen“, sagt Pater Arno und grinst: „Aber ich bin der Einzige der Truppe, der jemals im Maracanã, dem einst größten Fußballstadion der Welt, war. Auch wenn damals kein Fußballer auf dem Rasen war.“
Der Pater ist jedoch, so Zacherl, auch der Einzige, der den Weg nach Mariazell überhaupt kennt: „Er ist den Pilgerweg schon dreimal gegangen, der findet blind dorthin.“

Je nach Route werden es rund 150 Kilometer sein, die von der zwölfköpfigen Reisegesellschaft in vier Tagesetappen absolviert werden: von Kremsmünster nach Losenstein, weiter nach Waidhofen an der Ybbs, dann nach Lunz am See und schließlich durch die faszinierenden Ötscher-Gräben zum Ziel der Wallfahrt nach Mariazell in der Obersteiermark.
Ein Blau-Weißer ist mit dabei

„Am fünften Tag werden wir dann in der Basilika mit Pater Arno eine Messe feiern“, sagt Zacherl, „denn es geht nicht nur um Fußball, sondern auch um die Pilgerreise, die wir gemeinsam unternehmen. Und Pater Arno wird vor der Abreise für uns und den LASK sicher auch noch ein paar Fürbitten lesen lassen.“ Pater Arno schmunzelnd: „Vermutlich werden es sogar ein paar mehr als üblich sein.“

Abgesehen davon haben die Wallfahrer, die zu einem großen Teil echte LASK-Fans sind, aber auch einen Fußball-religiösen Hintergrund: Mit Gerald Haimböck wird sich auch ein deklarierter Blau-Weißer als Dank für die schwarz-weiße Champions-League-Premiere mit auf den Weg machen: „Aber den werden wir auf unserem Weg schon noch bekehren und umfärben“, kündigt Humenberger an.

Wer miterlebt hat, wie gesellig und bier- und aperolselig die gemütlichen Hobbykicker ihre Wallfahrt geplant haben, wird dieses Versprechen mit Sicherheit auch ernst nehmen.

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20. August 2019