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Ferrary-Kapelle kommt in Bewegung

Von Gary Sperrer   23.August 2012

Philipp la Renotière von Ferrary (richtiger Name: Philippe de Ferrari, Herzog von Gallièra) war einer der berühmtesten Philatelisten der Welt und besaß die vermutlich größte und wertvollste Briefmarkensammlung, die es je gab – er war ein unglaublich reicher Mensch, der gerne am Attersee weilte. Ende des 19. Jahrhunderts stiftete er, um ein Gelübde zu erfüllen, eine kleine Kapelle im St. Gilgner Ortsteil Unterburgau, die ursprünglich an einem anderem Standort errichtet worden war, jedoch im Zuge des Straßenbaus einige Meter Richtung Berg versetzt wurde. Nun gibt es Pläne, den kleinen Sakralbau erneut zu verlegen, um ihn der Öffentlichkeit einfacher zugänglich zu machen.

Gebäude in „Topzustand“

Vorausgegangen sind dem Ganzen Befürchtungen und Beschwerden, die Kapelle sei in zunehmendem Maße einem völligen Verfall preisgegeben. Der geprüfte Restaurator Augustin Kloiber, der sich mit viel Aufopferung für die Kleindenkmäler in seiner Heimatgemeinde St. Gilgen einsetzt, hat sich der Sache angenommen. Vor einigen Tagen sei bei dem kleinen Kirchlein ein Lokalaugenschein durchgeführt worden, so Kloiber, der erwähnten Befürchtungen entgegenstellt: „Die Kapelle ist in einem Topzustand.“ Der Sockel breche zwar ein wenig herab, aber es sei vor einigen Jahren ein neues Kupferdach auf das Gebäude gesetzt worden. Mittlerweile sei vom Grundeigentümer, den Österreichischen Bundesforsten, auch das Gestrüpp ausgeschnitten worden, das im Laufe der Jahre rings um das denkmalgeschützte Objekt gewachsen war.

Kloiber lässt mit einer interessanten Neuigkeit aufhorchen: Die Ferrary-Kapelle, die – direkt neben der Seeleiten-Straße (B152) stehend – auch mangels einer Parkmöglichkeit so gut wie nicht besucht wird, soll an einen anderen Standort versetzt werden: „Ich lasse mir Voranschläge machen, was das kostet, und dann werden wir darüber reden – Gemeinde und Denkmalamt –, um die Kapelle zu versetzen. So teuer ist das heute nicht mehr.“ Gesucht werde nun ein schönes Grundstück, wo der Besucher mit dem Auto hinfahren und wo man Sitzbänke aufstellen könnte. „Wir schauen: Können wir uns das leisten, haben wir Sponsoren? Da können die Leute gerne spenden, die sich jetzt über den angeblichen Verfall aufregen.“

Am gegenwärtigen Ort sei mit der Kapelle nichts anzufangen, sagt Kloiber: „Seit Jahren beobachte ich das. Es ist ein Krampf. Man könnte sagen, man macht einmal eine Maiandacht oder eine kleine Feldmesse, aber nicht dort, wo sie sich jetzt befindet, so direkt neben der Straße.“

Webtipp: www.atterwiki.at

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26. April 2024