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Linzer Baumbesetzer traten den Rückzug an

Von Christopher Buzas   24.März 2016

Keine Wirkung gezeigt hat der Protest von 20 Baumschützern. Wie berichtet, wollten sie die Fällungen an der Gleißner-Allee beim Jahrmarktgelände verhindern und kletterten als Zeichen ihres Protestes am Montag sogar auf einzelne Bäume.

Gestern früh fand der Protest dann ein Ende. "Als unsere Mitarbeiter gekommen sind, waren noch einige Leute da", sagt Werner Münzker, Leiter der Abteilung Stadtgrün und Straßenbetreuung. Nach einigen Gesprächen sei es aber gelungen, auch die letzten verbliebenen Aktivisten zum Rückzug zu bewegen.

Ein Baum zu viel gefällt

Daraufhin konnten die Stadt-Mitarbeiter die letzten der 39 Bäume, der Großteil waren Silberweiden, fällen. Ursprünglich hätten 55 Gewächse der Kettensäge zum Opfer fallen sollen. Dank Verhandlungen der Linzer Baumrettungsinitiative wurde die Zahl auf 38 reduziert. Tatsächlich schnitten die Arbeiter, "versehentlich", wie Münzger betont, 39 der überwiegend alten und laut einem Gutachten kranken Pflanzen um.

Die nun entstandene Lücke soll in den kommenden Wochen geschlossen werden. Dazu werden Bäume, die derzeit ein Stück flussabwärts stehen, an die Gleißner-Allee verpflanzt. Das dadurch bei der Eisenbahnbrücke frei werdende Grundstück steht somit als Arbeitsfläche für den Brückenabriss und den anschließenden Neubau zur Verfügung.

Kritik äußern die Baumretter auch an der Informationspolitik der Stadt. Erst Ende der vergangenen Woche habe man von den Plänen erfahren. Münzker zufolge sei eine frühere Bekanntgabe nicht möglich gewesen, da der Stadtsenat erst vergangenen Donnerstag die Vorgangsweise beschlossen habe.

Der Grund, warum die Stadt beim Umschneiden aufs Tempo gedrückt hat, ist, "dass wir die Bäume vor Beginn des Laubaustriebes verpflanzen müssen". Ansonsten könnten diese kaputt werden.

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