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Tschetschenen-Mord: Unklarheit nach Verhaftung

Von mf   23.Februar 2009

Es dürfte sich nicht um den Schützen handeln

Ernüchterung für die Ermittler nach der Festnahme eines mutmaßlichen Haupttäters im Mordfall des Tschetschenen Umar Israilov: Bei dem in Polen verhafteten Turpal Ali J. dürfte es sich nicht um den Mörder, sondern um seinen Begleiter handeln. Der Landsmann des Opfers sei wohl einer der beiden Haupttäter, aber "eher nicht der Schütze", sagte Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia am Montag.

"Das ist die Vermutung, die sich auch auf kriminaltaktische Ergebnisse stützt", erklärte der Sprecher. Der Mörder des 27-jährigen Israilov befindet sich demnach weiterhin auf der Flucht und wird gesucht. Die Auslieferung von Turpal Ali J. wurde bereits beantragt und wird laut Staatsanwaltschaft Wien und Innenministerium "relativ rasch erfolgen".

Bei der Staatsanwaltschaft zeigte man sich nicht sehr glücklich über die Bekanntgabe der Festnahme - Grund ist die Fahndung nach dem noch flüchtigen Täter. Ob es sich bei Turpal Ali J. um den Schützen oder den Komplizen handelt, wollte ein Sprecher der Anklagebehörde nicht kommentieren. Die österreichischen Behörden erfuhren von der am vergangenen Donnerstag erfolgten Festnahme am Freitagvormittag.

Die Einvernahme des Mannes würde erst in Österreich erfolgen, Spuren wie die DNA-Rückstände auf einer am Tatort gefundenen Jacke hätten bei der Verhaftung jedenfalls eine Rolle gespielt. Über das Motiv gebe es keine neuen Erkenntnisse, hieß es.

Umar Israilov war am 13. Jänner nach einer Verfolgungsjagd durch zwei Männer, von denen einer der nun Verhaftete sein soll, in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen worden. Der politische Flüchtling hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals vergeblich um Polizeischutz gebeten. In den Tagen nach dem Mord hatte die Polizei in Österreich insgesamt acht Landsmänner des Opfers wegen mutmaßlicher Beteiligung festgenommen. Vier Personen wurden mittlerweile wieder enthaftet.

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01. Dezember 2021