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Robert Stein: Wächter über die Wahlen

Robert Stein lässt sich auch an einem nervenaufreibenden Wahltag wie dem gestrigen nicht aus der Ruhe bringen. Er überwachte am Sonntag als Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium die "Ergebnisermittlung".

Wächter über die Wahlen Von Annette Gantner

Robert Stein ist die österreichische Koryphäe auf dem Gebiet des Wahlrechts. Bild: BMI/Dietrich

Als die FPÖ nach der ersten Hochrechnung um 17 Uhr behauptete, das Innenministerium habe längst andere Zahlen und Norbert Hofer liege vorne, kommentierte dies Stein mit einem Lacher. Die Zahlen seien "kein süßes Geheimnis" und stünden auf der Homepage des Innenministeriums für alle lesbar, erklärte er. Im Gegensatz zu den Hochrechnern von SORA dürfe die oberste Wahlbehörde aber nur tatsächliche Ergebnisse und keine Prognosen der Wahlkarten veröffentlichen.

Für den Routinier war das gestrige Kopf-an-Kopf-Rennen um die Hofburg nichts Außergewöhnliches. Er zog Vergleiche mit der Nationalratswahl 1999. "Damals war es ähnlich spannend und wir wussten erst am Montag, welche Partei auf dem zweiten und welche auf dem dritten Platz liegt", erinnerte er sich.

Der 58-jährige Wiener ist ein wandelndes Lexikon des Wahlrechts. Bereits bei der Matura wählte er als Schwerpunktthema die Nationalratswahlordnung. Wenig verwunderlich, studierte Stein Jus und begann 1985 im Innenministerium zu arbeiten. Er machte in der Wahlabteilung Karriere, deren Leiter er seit 2004 ist. Obwohl Stein stellvertretender Vorsitzender der SPÖ Währing ist, konnte er sich auch unter schwarzen Ministern behaupten.

Verständlich, denn in Österreich gibt es wohl kaum jemanden, der mehr Expertise hat und diese auch bereitwillig weitergibt. Selbst wenn er an seinem Zweitwohnsitz an der Ostsee urlaubt, ist Stein erreichbar, um diffizile Fragen geduldig zu erklären.

Wirklich gefordert war der Vater einer erwachsenen Tochter, als er 2006 klären musste, ob die FPÖ oder das abgespaltete BZÖ den vorderen Listenplatz auf dem Wahlzettel erhält. Dass das Wahlrecht immer neue Finessen biete, sei aber auch "das Schöne am Job".

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Artikel Annette Gantner 23. Mai 2016 - 00:04 Uhr
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