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Josephat Keiyo: Ein Sieger aus dem Läufer-Mekka

Müde humpelte er die Stufen hoch, sein deutscher Manager Volker Wagner muss ihn dabei stützen. Minuten zuvor war Josephat Keiyo aber noch mit erhobenen Händen ins Ziel des 11. Borealis Linz Donau Marathons eingelaufen. Der Sieger der 42,195 Kilometer stammt, wie sollte es auch anders sein, aus Kenia.

Ein Sieger aus dem Läufer-Mekka Von Dominik Feischl

Der kenianische Gewinner des 11. Linz-Marathons wird nach dem Leistungsprinzip bezahlt. Bild: gepa

Athleten der Läufer-Nation bestimmen auch in Linz seit Bestehen der Veranstaltung das Geschehen, zehn der elf Gewinner kommen aus dem Land in Ostafrika. Wie die meisten seiner ausdauernden Landsleute wohnt der 33-Jährige in Eldoret. Dort in der Hochebene auf 2000 Metern leben tausende Sportler. Und trainieren unter ärmlichsten Verhältnissen. Laufschuhe können sich nur wenige leisten, barfuß werden Dauerläufe auf roten Sandpisten absolviert. „Wenn man die Bedingungen dort einmal gesehen hat, schätzt man hier bei uns alles umso mehr“, sagt Oberösterreichs Marathon-Ass Christian Pflügl, der heuer in der Vorbereitung selbst neun Wochen dort verbrachte. Die Gegend, die außer guter Höhenluft und stabilen Wetterverhältnissen nur wenig bietet, zieht seit Jahrzehnten auch Marathon-Spitzenleute aus dem Rest der Welt an.

Kenianer selbst schaffen es nur wenige nach Europa, um dort Geld mit ihrer ausdauernden Beinarbeit zu verdienen. Keiyo ist einer von ihnen. Er gewann im Vorjahr im russischen Omsk einen Marathon. Gestern stellte der Familienvater in 2:11,18 Stunden eine neue persönliche Bestzeit auf, zufrieden war er damit aber nicht. Denn er und seine Kollegen werden nach dem Leistungsprinzip bezahlt. Gutes Kilometergeld gibt es nur bei entsprechender Leistung.

Auch Keiyo selbst, der erst Freitag aus Kenia angereist war und im Vorjahr in Linz Zweiter war, hatte mehr von sich erwartet. Wind und Kälte waren aber keine guten Tempomacher. Spaß hatte er dennoch. Anders als bei seinen oft wortkargen Sportsfreunden lief bei Keiyo sogar der Schmäh. „Wenn ihr nächstes Mal einheizt, werde ich schneller laufen.“

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Artikel Dominik Feischl 23. April 2012 - 00:04 Uhr
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