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Gottfried Hattinger: Der Festival-Häuptling

Wenn Gottfried Hattinger davon erzählt, dass er ab 1956 in Traun zusammen mit Landeshauptmann Josef Pühringer die Volksschule besucht hat, dann tut er das nicht, weil er sich anbiedert.

Der Festival-Häuptling Von Peter Grubmüller

In Gesprächen mit Gottfried Hattinger wachsen den Gedanken Flügel. Bild: Weihbold

Obwohl er in seiner gütigen Gelassenheit darüber spricht, schimmert eher das Trennende als das Gemeinsame durch – auch weil Pühringer schon „beim Indianerspielen immer der Häuptling war“. Als künstlerischer Leiter beim „Festival der Regionen“, das heute unter dem Titel „Umgraben“ in Eferding startet, führt Hattinger jetzt selbst eine kleine Gruppe an. Allerdings eine, die Auseinandersetzung und Debatte beabsichtigt, nicht die Zustimmung der Mehrheit.

Hattinger war aus dem Hausruckwald um Geboltskirchen nach Traun verpflanzt worden. Sein Vater hatte mit der uralten Bergleute-Tradition der Hattingers gebrochen, aber seine Ausbildung zum Huf- und Wagenschmied war ebenso perspektivlos. Der Vater wechselte in die Voest nach Linz, die Familie ließ sich in Traun nieder.

Gottfried Hattinger veredelte sein grafisch-künstlerisches Talent in der Linzer Kunstschule, und weil er mit der musikalischen Programmierung im Linzer Brucknerhaus so unversöhnlich unzufrieden war, gaben ihm die damaligen Verantwortlichen ein Budget, mit dem er zeigen konnte, dass auch Werke des zeitgenössischen Komponisten Karlheinz Stockhausen imstande sind, ein Publikum zu verführen.

Von 1987 bis 1991 war Hattinger künstlerischer Leiter des Festivals „Ars Electronica“, seitdem ist er einer der maßgeblichen Kuratoren des Landes, weil er ohne großes Getue spürt und umsetzt, was andere in seitenlangen Analysen dann doch nicht argumentieren können. Von Hattinger gestaltete Bücher offenbaren jeweils das stille, schlaue Wesen ihres Urhebers.

Zusammen mit seiner Frau, der koreanischen Pianistin Suyang Kim, lebt der 63-Jährige in Ottensheim.

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Artikel Peter Grubmüller 07. Juni 2013 - 00:04 Uhr
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