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Ferdinand Hirscher: Daddy cool

Als Ferdinand Hirscher vor rund 25 Jahren seinen damals zweijährigen Sohn Marcel erstmals auf Ski stellte, hat der Skischulbesitzer gleich erkannt, dass im Junior ein besonderes Talent versteckt ist.

Daddy cool Von Christoph Zöpfl

Der Vater des Erfolges: Ferdinand Hirscher hat seinen Sohn Marcel in die Weltklasse begleitet Bild: GEPA

"Er hat nie einen Schneepflug gemacht und ist nur parallel gefahren", erinnert sich der 61-Jährige, der gestern in St. Moritz natürlich live dabei war, als sein Sohn im WM-Slalom einen goldenen Schlusspunkt setzte. Aus dem kleinen Ski-Zwergerl ist längst ein sportlicher Gigant geworden. Marcel Hirscher ist mit neun WM-Medaillen hinter Toni Sailer der zweiterfolgreichste WM-Starter, im März wird er aller Voraussicht nach der Erste sein, der sechs Mal in Folge den Gesamtweltcup gewinnt.

Als wichtigster Weg-Begleiter könnte sein Vater stolz auf sich und seinen großen Sohn sein, er ist es aber nicht. "Es ist wichtig, dass man auf dem Boden bleibt. Mein zweiter Sohn Leon musste wegen einer Hüftkrankheit den Skisport bleiben lassen. Der ist deswegen aber auch nicht weniger wert." Den Annaberger, der früher im Salzburger Landescup gegen einen gewissen Hermann Maier gefahren ist, kennt man als peniblen Tüftler. Dem Klischee des über-ehrgeizigen Trainer-Vaters entspricht der überzeugte Schnauzbartträger ("Wer mir den abrasieren will, riskiert einen Schien- und Wadenbeinbruch") nicht. Auch in St. Moritz, als sein Sohn erkrankte und nach der knapp verpassten Goldmedaille in der Kombination und einer Niederlage im Parallel-Rennen gegen einen Belgier in eine Mini-Krise rutschte, blieb der Senior cool. "Ferdl" Hirscher weiß die Dinge richtig einzuordnen, sein Horizont reicht weit über die (Schein-) Welt des Spitzensports hinaus. Der ehemalige Holzfäller und Hüttenwirt auf der Stuhlalm interessiert sich unter anderem für die Malerei. Natürlich war er auch in St. Moritz nicht nur auf der Skipiste, sondern auch im Museum unterwegs. Das größte Kunstwerk hat jedoch sein Sohn vorgezeigt – mit zwei Gold- und einer Silbermedaille ist er zum größten Meister dieser Weltmeisterschaft geworden.

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Artikel Christoph Zöpfl 20. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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