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Abt Ambros Ebhart: Der Krisenmanager

Seine Amtszeit hatte sich Karl Ebhart auch anders vorgestellt. Als Abt Ambros steht er dem Benediktinerstift Kremsmünster vor.

Der Krisenmanager Von Renate Schiesser

Abt Ambros ist Vorsteher des mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Stiftes Kremsmünster. Bild: (vowe)

Als solcher muss er sein Stift durch bisher nicht gekannte stürmische Zeiten führen: Seit März des Vorjahres ist auch Kremsmünster öffentlich mit schweren Missbrauchsvorwürfen konfrontiert.

„Agieren und reagieren – man muss beides.“ Das ist der Weg des Philosophen und Theologen durch die Krise, die ihn auch selbst erschüttert hat. Hat der spätere Abt doch von 1963 bis 1971 das stiftseigene Gymnasium besucht, ehe er in den Orden eintrat. „Man ist persönlich schon auch enttäuscht. Das waren ja auch meine Professoren“, sagt er. Bemerkt hätte aber auch er nichts. Entsprechend groß sei die Erschütterung gewesen, als sich im Vorjahr beim 40-jährigen Maturatreffen ein Kollege als Opfer outete.

Die Zeiten, in denen derartige Vorwürfe unter den Teppich gekehrt worden seien, sind vorbei, sagt der gebürtige Waldviertler. Und das sei gut so. Offen müsse damit umgegangen werden, auch wenn das nicht immer einfach sei. Aber notwendig. Und so sieht er auch seine persönliche Herausforderung: als Weg, den er beschreiten muss. „Ich hab’ gewusst, dass das Amt und die Aufgabe des Abtes keine leichte sein wird, dass es eine Herausforderung wird – egal, was kommt.“ Diese Aufgabe gelte es nun anzupacken. „Dass etwas anderes leichter und schöner ist, ist natürlich der Fall“, gibt der 59-Jährige auch offen zu.

Geboren in Heinrichs bei Weitra, hat es den zweiten von drei Landwirtssöhnen bald in die Kremsmünsterer Gegend verschlagen. 1977 wurde er zum Priester geweiht, 30 Jahre später wählten seine Mitbrüder ihn zum Abt. Im Juli feiert er seinen 60er. Bis dahin und darüber hinaus gibt es noch viel zu tun. „Ich hoffe, dass sich alles gut löst, dass all das bestmöglich aufgearbeitet wird, und dass es für alle Beteiligten zufriedenstellend ist, wenn man das so sagen kann“, sagt der Abt. „Aber da ist natürlich auch ein Wunsch dabei.“

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Artikel 21. März 2012 - 00:04 Uhr
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