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Igor Kolomoiski: Der Mann hinter dem Komiker

Von Heidi Riepl 23. April 2019

Komiker als Ukraine-Präsident

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Unverbraucht, jung, dynamisch und ehrlich präsentierte sich Wladimir Selenski im Wahlkampf.

Doch hinter dem neuen ukrainischen Präsidenten steht ein Mann, der das genaue Gegenteil des beliebten Komikers verkörpert. Ohne den Oligarchen Igor Kolomoiski hätte der 41-Jährige nämlich nie die Präsidentenwahl gewonnen.

Kolomoiski ist einer der drei reichsten Männer in der Ukraine. Bergbau, Stahl, Energie, Medienbusiness und Politik – überall mischt der 56-Jährige mit. Der ukrainische Milliardär ist ein typischer Vertreter der alten Oligarchengarde, die sich die Wirtschaft der einstigen Sowjetrepublik unter den Nagel gerissen und das Land dabei ausgeblutet haben. Dementsprechend unbeliebt ist Igor Kolomoiski auch in der ukrainischen Bevölkerung.

Eigeninteressen sind das erste, woran Kolomoiski denkt. Nach der Maidan-Revolution 2014 hatte er sich noch demonstrativ hinter Präsident Poroschenko gestellt. Dafür wurde er auch mit dem Amt des Gouverneurs seiner Heimatregion Dnjepropetrowsk belohnt. Doch die politische Freundschaft währte nicht lange. Der eigenwillige Kolomoiski geriet schnell auf Konfrontationskurs mit Poroschenko, der ihn 2015 als Gouverneur entließ.

Kolomoiski nutzte seitdem jede Gelegenheit, öffentlich gegen Poroschenko zu wettern. 2016 erreichte der Streit einen Höhepunkt: Poroschenko ließ Kolomoiskis Privatbank, die immerhin die größte Bank der Ukraine ist, verstaatlichen. Angeblich weil mehrere Milliarden fehlten. Um den Strafmaßnahmen zu entgehen, übersiedelte Kolomoiski ins Ausland. Derzeit lebt er in Israel, doch seine Geschäfte in der Ukraine hat er nie aufgegeben. Und auch seinen Hass gegen Poroschenko nicht. Kein Wunder also, dass Kolomoiski den Wahlkampf von Selenski so großzügig unterstützte. Er ließ ihn in seinem TV-Kanal auftreten und machte ihn zum Komik-Star. Beobachter bezeichnen Selenski längst als Kolomoiskis Marionette. Was der Oligarch für seine Unterstützung verlangt, wird sich jetzt zeigen.

Artikel von

Heidi Riepl

Redakteurin Außenpolitik, Weltspiegel

Heidi Riepl
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