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Leitartikel

Klimaschutz: Den Jungen ist es ernst

Von Roland Vielhaber   15. März 2019

Es wäre ein grober Fehler, die Schüler zu unterschätzen oder zu maßregeln.

Welchen Sinn hat es, zu lernen, wenn unsere Zukunft auf dem Spiel steht?" Aufgerüttelt von der erst 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, gehen junge Menschen auch in Oberösterreich seit Wochen am Freitagvormittag statt in die Schule auf die Straße, um unter dem Titel "Fridays for Future" zu demonstrieren. Heute sind Schüler und Studenten aufgerufen, weltweit zu streiken, um die Politik zum Handeln gegen den Klimawandel zu bewegen. Mehr als 1000 Einzelinitiativen in rund 100 Ländern beteiligen sich. In Linz werden ab 11 Uhr rund 1000 jugendliche Demonstranten auf dem Hauptplatz erwartet. Die Schlusskundgebung findet vor dem Landhaus statt.

Natürlich werden bei den Streiks auch Schüler Plakate in die Höhe stemmen, die einfach keine Lust auf Unterricht haben und die sich vielleicht keine Gedanken darüber machen, dass im Jahr 2050 vermutlich mehr Plastikteile als Fische in unseren Meeren schwimmen werden. Aber die meisten in der Fridays-for-Future-Bewegung denken anders, weil die für den Friedensnobelpreis nominierte Greta Thunberg einen Nerv getroffen hat.

"Die Erwachsenen tun rein gar nichts für den Klimaschutz", sagt die 16-Jährige herausfordernd. Sie ist zum Gesicht der Bewegung geworden, nachdem ihre Botschaften über die sozialen Kanäle rund um den Globus gegangen sind. Ihre Argumente sind nicht vom Tisch zu wischen. Thunberg spricht von zunehmender Erderwärmung, steigenden CO2-Emissionen und viel zu zaghaften politischen Maßnahmen. Für sie hat es ganz den Anschein, als würden die Erwachsenen die Augen schließen und hoffen, dass Mutter Erde durchhält – wenigstens so lange wie man selbst.

Sollen die Älteren reden, den Jungen ist es ernst. Deshalb schwänzen sie die Schule. Würden sie am Nachmittag, also nach dem Unterricht, friedlich ihre Forderungen vortragen, würden sie bei Politikern und Medien wohl kaum auf Echo stoßen. Wer nicht laut und lästig ist, erreicht selten Veränderungen.

Es wäre ein grober Fehler, die streikenden Schüler zu unterschätzen oder – schlimmer noch – zu maßregeln. Viel besser wäre es, genau zuzuhören und sich über ihr Engagement zu freuen. Denn den Argumenten der Schüler ist nichts entgegenzusetzen: "Welchen Sinn hat es, zu lernen, wenn unsere Zukunft auf dem Spiel steht?"

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