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Leitartikel

Der Milliardenpoker um die 3-Banken-Gruppe

Von Dietmar Mascher 23. April 2019

UniCredit steigerte Gewinn im Halbjahr deutlich
Die Mutter der Bank Austria lieferte eine solide Halbjahresbilanz ab.

Am 14. Mai findet die 139. Hauptversammlung der Oberbank statt.

Anders als geplant wird es dabei nicht nur darum gehen, dass die Bank neuerlich einen Rekordertrag erwirtschaftet hat und der eine oder andere Aktionär das Formelle als Vorspiel für das Buffet betrachtet.

Denn die Unicredit gibt heuer bei der Oberbank und deren Schwesterbanken, Bank für Kärnten und Steiermark (BKS) und Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV), den Party-Crasher. Erwartet wird, dass der italienische Aktionär heute auch bei der Oberbank sinngemäß jenen Antrag auf Sonderprüfung der Kapitalerhöhungen zurück bis 1994 stellt und damit komplexe Mechanismen in Gang setzt, die vor allem die beteiligten Anwälte erfreuen werden. Es droht ein langer Rechtsstreit.

Die 3-Banken-Gruppe sieht offiziell einen Übernahmeversuch durch die Italiener, denen die Bank Austria gehört und die darüber auch Anteile an den Regionalbanken hat.

Dort hat die Unicredit aber nur wenig zu melden. Ex-Generaldirektor Hermann Bell hat mit Verbündeten jene wechselseitige Beteiligung der drei Banken aneinander geschaffen, die ihnen Schutz vor Übernahmen und Unabhängigkeit bot und bieten sollte. Das ist schon mehrfach geprüft und bestätigt worden. Und wenn ein Doyen der Bank heute sagt, "sie probieren es halt wieder", schwingt auch die Gelassenheit des x-fach Geprüften mit.

Die Bank Austria bestreitet den Versuch einer Übernahme. Die drei Banken sehe man nicht als strategische Beteiligung.

Wahrscheinlicher ist: Wie schon bei der ehemaligen Industrie-Stiftung der Bank Austria, B&C, versucht man, mit juristischen Mätzchen Wirbel zu machen und eine Verhandlungsposition für mögliche (Aus-)Zahlungen aufzubereiten. Die Bank Austria hat sich bei den vergangenen Kapitalerhöhungen ihre Anteile verwässern lassen. Würde sie alle Anteile an den drei Banken zu aktuellen Kursen verkaufen, würde das deutlich mehr als eine Milliarde Euro in die Mailänder Kassen spülen, wo man die Fühler nach der deutschen Commerzbank ausstreckt. Schon vor der Finanzkrise war eine Veräußerung der Anteile geplant gewesen, aber wieder abgeblasen worden.

Die Italiener haben den nächsten Poker begonnen. Oberbank und Freunde halten die Regionalkarte und ihre Leistungen für die regionale Wirtschaft dagegen. Letztlich wird es aber um viel Geld gehen.

Artikel von

Dietmar Mascher

Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion

Dietmar Mascher
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