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Wirtschaft verstehen

Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit: Bewältigen wir die Zukunftsfragen?

Von Friedrich Schneider   10. April 2019 00:04 Uhr

Die Fortschritte in der Digitalisierung und der immer stärker werdende Fachkräftemangel stellen unsere Wirtschaft vor völlig neue Herausforderungen, die nur mit neuen Denkweisen und Lösungsmöglichkeiten bewältigt werden können.

Insbesondere die digitale Revolution führt uns deutlich vor Augen, dass für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ein hohes Innovationspotenzial und ein hoher Technologie-Anteil entscheidend sind. Mit einer Fortschreibung der gegenwärtigen Technologie und der damit verbundenen Wertschöpfung, die bei uns jetzt noch hohen Wohlstand sichert, werden wir die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und damit unseren Wohlstand nicht erhalten.

Ich bin überzeugt, dass die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft wesentlich davon abhängt, ob wir die offenen Märkte erhalten können und ob es uns gelingt, die bisherigen Geschäftsmodelle den digitalen Herausforderungen anzupassen, ohne dabei die hohen Gütekriterien, Qualität und Nachhaltigkeit, zu verlieren.

Können wir dies schaffen? Ja, wenn wir uns den folgenden Fragen bzw. Herausforderungen stellen und sie bewältigen:

(1) Das Wichtigste ist sicherlich, den Willen und Mut zur Veränderung wie auch die immer stärker geschürten Ängste vor der Zukunft und vor allem Fremden abzubauen.

(2) In unsere bedeutsamste Ressource, unser hochqualifiziertes sowie bestens ausgebildetes Arbeitskräftepotenzial, ist weiter zu investieren, neue Ausbildungswege müssen bereitgestellt werden.

(3) Ebenso müssen wir uns den immer drängenderen ökologischen Herausforderungen stellen, indem wir durch Innovation und mit marktwirtschaftlichen Instrumenten der ökologischen Nachhaltigkeit in unseren Regionen zu neuem Schwung verhelfen.

Was meine ich mit diesen Forderungen ganz konkret? Ich will es an einem Beispiel verdeutlichen: Ich sitze in zehn oder 15 Jahren zu Hause und möchte mit meinen Freunden einen gemütlichen Abend im Mühlviertel verbringen. Mein Smartphone zeigt mir an, dass es mehrere Angebote von selbstfahrenden Taxis gibt. Ich wähle eines aus, und das Fahrzeug sagt mir, dass es in zehn Minuten vor der Tür steht und mich sicher zu meinem Ziel und wieder nach Hause bringt. Diese Technologie bzw. diesen Service wird es dann sicherlich geben.

Für unseren Wohlstand wird es aber entscheidend sein, dass diese Autos in Deutschland und Österreich (oder Europa) gebaut werden, sie von europäischen Dienstleistern angeboten werden und uns jederzeit zur Verfügung stehen, sodass wir sie dann nicht mehr unbedingt besitzen müssen und sie damit 24 Stunden im Einsatz sein können. Das müssen wir schaffen – ich glaube daran.

Friedrich Schneider ist em. Professor für Volkswirtschaftslehre an der JKU

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